Böller-Chaoten verprügeln Frau, Sprengstoff-Spürhunde und Gefährderansprachen: Wie sich Berlin auf Silvester vorbereitet
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Wenige Tage vor Silvester ist es zu mehreren Zwischenfällen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Böllern und Raketen gekommen. Feuerwehr und Polizei bereiten sich ebenso wie Feierwütige auf eine lange Silvesternacht vor.
In Berlin ist es am Freitag zu einer gewalttätigen Attacke auf einem Spielplatz in Berlin-Charlottenburg gekommen. Wie die B.Z. berichtet, wurde eine 33-jährige Frau verprügelt, Weil sie und zwei Begleiter eine Gruppe von Jugendlichen bat, kein Feuerwerk mehr zu zünden. Demnach sollen bis zu 15 Jugendliche gegen 21:00 Uhr Uhr Pyrotechnik auf einem Kinderspielplatz im Schustehruspark gezündet haben. Als die Frau und zwei weitere Männer im Alter von 31 und 35 Jahren die Gruppe bat, das zu unterlassen, sollen die Jugendlichen auf die Passanten eingetreten und eingeschlagen haben. Anschließend flüchtete die Gruppe unerkannt in Richtung Zillestraße. Die Frau und der 35-Jährige erlitten Kopf- und Nackenverletzungen, kamen zu Behandlungen in ein Krankenhaus.
Auf dem Mehringplatz in Berlin-Kreuzberg sollen drei Tatverdächtige bereits am Donnerstag eine Gruppe Menschen aus dem Auto mit Feuerwerkskörpern angegriffen haben. Die Polizei fand und beschlagnahmte bei einer Autokontrolle bei einem 19-Jährigen Böller und Raketen.
Nur einen Tag später, am Freitag, wurde der Mehringplatz erneut zum Schauplatz von Gewalt. Wie die Berliner Polizei mitteilte, zündete eine 20-köpfige Personengruppe mehrfach Pyrotechnik und randalierten, setzten Mülltonnen in Brand und leisteten Widerstand bei der Festnahme durch Beamte.
Jugendliche aus einer 20-köpfige Personengruppe zündeten gestern Abend mehrfach Pyro nahe #Mehringplatz, warfen 2 Mülltonnen und Einkaufswagen die Treppe am U-Bhf. Hallesches Tor hinunter, zündeten Unrat auf der Straße an & schoben eine angezündete Mülltonne unter einen…
— Polizei Berlin (@polizeiberlin) December 30, 2023
100 Gefährderansprachen, 4.500 Polizisten im Einsatz
In Berlin bereiten sich die Polizei und Feuerwehr auf eine anstrengende Silvesternacht vor. So werden in der Hauptstadt etwa 4500 Polizisten und 1500 Feuerwehrleite im Einsatz sein. 18 externe Einsatzhunderschaft aus fünf anderen Bundesländern und von der Bundespolizei sind in Berlin im Einsatz, um sicherzustellen, dass die Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar friedlich verläuft.
Es wurden extra drei Böllerverbotszonen eingerichtet, unter anderem auf der Sonnenallee, wo es vergangenes Jahr zu Ausschreitungen gekommen war. Bei dem diesjährigen Einsatz handelt es sich um den größten Polizeieinsatz an Silvester in der Geschichte der Hauptstadt. Kurz vor dem Jahreswechsel setzt die Berliner Polizei bei der Suche nach großen Mengen Feuerwerk zudem Hubschrauber und Sprengstoff-Spürhunde ein.
In den vergangenen Wochen musste die Berliner Polizei dabei 100 Gefährderansprachen bei Personen durchführen, denen sie die Begehung von Straftaten in der Silvesternacht zutraut. Dafür hat die Behörde sogenannte „Kreuztrefferanalysen“ durchgeführt, wie die WELT berichtet. Dabei wurde gezielt nach Überschneidungen bei Tatverdächtigen der Silvesterkrawalle letztes Jahr, der Demonstrationen am 1. Mai, bei sogenannter „propalästinensischen Demonstrationen“ und Schwimmbadrandalen gesucht.
Um die eigene körperliche Unversehtheit sicherzustellen und Randalierer zu warnen, hat die Polizei bereits am Mittwoch ein Video veröffentlicht, in welchem sie sich an die Bevölkerung richtet und regelrecht bittet, nicht angegriffen zu werden.
Auch bei NIUS: Erbärmlich! Wenn Polizisten darum betteln, nicht attackiert zu werden, läuft etwas schief in diesem Land
„Fakt ist Wir Ausländer nehmen Silvester auseinander“
Auf Tiktok derweil bereiten sich zahlreiche Jugendliche für die Nacht zum Jahr 2024 vor. In Kurzvideos ist dort zu sehen, wie Hunderte LIDL-Märkte stürmen, um sich mit Raketen und Böllern einzudecken. Auf einem Video des Users Jahid ist zu lesen: „Fakt ist Wir Ausländer nehmen Silvester auseinander.“
In einem anderen Video ist zu sehen, wie in der Nacht zum Samstag Gegenstände auf der Sonnenallee in Brand gesetzt wurden. Polizisten, die den Einsatz sichern, werden gefilmt, aus dem Hintergrund ist zu hören: „Viva, viva Plaästina“. Ein Maskierter läuft durchs Bild.
Demonstrationen nach jetzigem Stand untersagt
Wie die Berliner Zeitung am Freitagabend berichtet hatte, wurde eine propalästinensische Demonstration, die um 22 Uhr am Richardplatz beginnen sollte, von der Versammlungsbehörde untersagt. Die Anmelderin könnte gegen die Entscheidung vor das Verwaltungsgericht ziehen. Nach jetzigem Stand wird sie nicht stattfinden.
Zuvor wurde die Versammlung von vielen Stimmen kritisiert, die eine zusätzliche Eskalationsquelle darin sahen und vermuteten, jene Demontration würde Polizeikräfte binden.
Schauen Sie unsere Videoreportage von den Ausschreitungen an Silvester vergangenes Jahr:
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