„Eine der schlimmsten Tragödien in der Geschichte unseres Landes“: Etwa 40 Tote und 115 Verletzte nach Brand in Schweizer Skiort Crans-Montana
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In dem Schweizer Skiort Crans-Montana im Kanton Wallis sind bei einem Feuer in einer Bar in der Silvesternacht etwa 40 Personen verstorben. Das teilte der Chef der Kantonspolizei mit. Mindestens 115 Menschen seien verletzt, überwiegend schwer.
Bei den Verletzungen handelt es sich oft um schwere Verbrennungen. Verletzte würden in den Krankenhäusern in der ganzen Schweiz betreut. Zuvor hatten Schweizer Medien von mindestens zehn Toten berichtet.
Der Vorfall soll sich in der Nacht zum 1. Januar gegen 01:30 Uhr in der Bar „Le Constellation“ im Zentrum des Ferienorts, der als nobel gilt, zugetragen haben. Zu dem Zeitpunkt der Explosion sollen vor Ort mehr als 100 Menschen den Jahreswechsel gefeiert haben. Das Lokal im Untergeschoss hat eine Kapazität von bis zu 400 Gästen.
„Dieser Abend sollte im Zeichen des Zusammenseins und Feierns stehen und wurde zum Albtraum“, so der Regionalpräsident des Kantons Wallis Mathias Reynard bei einer Pressekonferenz. Der Kanton rief am Donnerstag auch deshalb eine „besondere Lage“ aus; alle verfügbaren Einsatzkräfte seien mobilisieren worden, um vor Ort zu helfen.

Noch in der Nacht rückten zahlreiche Einsatzkräfte aus, um Verletzte zu versorgen und Leichen zu bergen.

Bei der Pressekonferenz wurde die Opferzahl nach oben korrigiert, während eine Explosion als mögliche Ursache nicht bestätigt werden konnte.
Videos und Fotos in sozialen Medien zeigen eine gänzlich niedergebrannte Lounge-Fassade und panische Reaktionen von Besuchern, die vom Brandort flüchten. Mehrere Rettungshubschrauber waren noch in der Nacht im Einsatz; Sanitäter transportierten vor Ort Körper ab.
Wie auf der Pressekonferenz ferner mitgeteilt wurde, hätten die Opfer verschiedene Nationalitäten. Details über die Herkunft der Verstorbenen und Verletzungen wurden jedoch nicht präzisiert. Stattdessen, so die Kantonpräsidentschaft, würden die zuständigen Botschaften zunächst einzeln informiert. Die Generalstaatsanwältin erklärte zudem, man lege wert, die Leichname ihren Familien und Angehörigen zu übergeben. Und: „Die Identifikation der Leichen kann noch sehr lange dauern“, so der Regionalpräsident des Kantons Wallis, Mathias Reynard.

Ein Blick in die Bar, in welcher das Feuer in der Silvesternacht ausgebrochen sein soll.
Pyrotechnik als Brandursache?
Die Generalstaatsanwältin teilte in einer Pressekonferenz mit: „Alles deutet darauf hin, dass das Feuer durch die Feuerfontäne ausgelöst wurde. Die haben die Decke in Brand gesetzt, von wo aus sich der Brand sehr schnell fortgesetzt haben.“
Zuvor standen mehrere hypothetischen Brandursachen im Raum. „Der ganze Raum hat Feuer gefangen.“ Die Entstehung des Brandes wurde forensisch untersucht.
Bei dem Großeinsatz seien 140 Einsatzkräfte, zehn Rettungshubschrauber und 40 Rettungswagen im Einsatz gewesen. Schwerverletzte seien im Minutentakt in Krankenhäuser eingeliefert.

Beamte sichern den Unfallort am Donnerstag danach.
Deutschland und Frankreich zeigen sich solidarisch
Der Bundeskanzler Friedrich Merz teilte mit: „Ein Moment der Freude wurde in Crans-Montana in der Schweiz zur Tragödie. Die Ereignisse dort erschüttern uns. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen und ihren Angehörigen. Den Verletzten wünsche ich baldige und vollständige Genesung.“

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron zeigte sich solidarisch und nahm Anteil: „Die Nachricht vom Brand in Crans-Montana hat mich tief bewegt. Meine Gedanken sind bei den Hinterbliebenen und den Verletzten“, so Macron auf der Plattform X. „Der Schweiz, ihren Bürgern und ihren Behörden sichere ich die volle Solidarität und brüderliche Unterstützung Frankreichs zu.“
Crans-Montana, auf rund 1500 Metern Höhe gelegen, gilt als Nobel-Skiort mit 160 Kilometern Pisten und Austragungsort von Ski-Weltcup-Rennen. Der Ort, einst Wohnsitz des verstorbenen James-Bond-Darstellers Roger Moore, ist über die Feiertage meist ausgebucht: Auf etwa 10.000 Einwohner kommen rund 2600 Hotelbetten – darunter acht Luxushotels – sowie Hunderte Ferienwohnungen. Jährlich verzeichnet der Ort etwa eine Million Übernachtungen, davon rund 20 Prozent von ausländischen Gästen.
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