Die dubiosen Geldgeber der Agora Energiewende
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- Die Agora Energiewende wird jährlich mit mehreren Millionen unterstützt.
- Ihr Kapital erhält Agora Energiewende von verschiedensten Stiftungen, vor allem aus Amerika.
- Welche Geldgeber wirklich hinter der Agora Energiewende stehen, wird damit höchst undurchsichtig.
Bis vor wenigen Wochen war der Think Tank „Agora Energiewende“ weitgehend unbekannt. Tatsächlich ist die NGO jedoch eine der einflussreichsten Denkfabriken in ganz Deutschland, welche die Politik der Energiewende entscheidend prägt. Die „Agora Energiewende“ wird jährlich mit mehreren Millionen finanziert und hat allerbeste Kontakte in die Politik. Bekanntestes Beispiel ist Robert Habecks Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Patrick Graichen. Graichen war vor seinem Engagement in Habecks Ministerium Exekutivdirektor und Geschäftsführer von Agora Energiewende.
Die Organisation selbst bezeichnet sich als „unabhängiges Denk- und Politiklabor“. Weiter heißt es: „Unser Team besteht aus mehr als 80 engagierten Kolleginnen und Kollegen, die Antworten auf jene Fragen finden, die für die Energiewende und eine klimaneutrale Industrie jetzt und in Zukunft entscheidend sind – seien sie wirtschaftlicher, technologischer oder politischer Natur.“ Tatsächlich besteht die politische Unabhängigkeit lediglich auf dem Papier. Diverse ehemalige Staatssekretäre von FDP, CDU und SPD sind Mitglied der Initiative.
Kontakte in die Politik: Besonders aber die Grünen sind mit der Lobbyorganisation eng verbandelt. Stefan Tideow, Staatssekretär im Umweltministerium und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir gehören zum Netzwerk. Oliver Kirscher, einstiger stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen und heutiger Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, gehört ebenfalls dazu. Besonders einflussreich war jedoch Rainer Baake. Er war – wie Patrick Graichen - Direktor der „Agora Energiewende“. Unter dem damaligen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel war Baake als Staatssekretär für die Energiewende zuständig. Unter dem einstigen Umweltminister Jürgen Trittin werkelte Baake schon damals am Atomausstieg und dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG). Nebenbei war Baake noch Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH).
Das Finazierungskonstrukt: Finanziell ist die „Agora Energiewende“ bestens aufgestellt. Die Organisation wurde 2012 gegründet. Die Mercator-Stiftung und die European Climate Foundation (ECF) verschafften dem damaligen Gründungsvorsitzenden Rainer Baake das notwendige Startkapital. 12 Millionen Euro wurde der Agora Energiewende damals zugestanden. Hinter der Mercator-Stiftung steht die Famile Schmidt-Ruhrbeck. Die Familie gründete einst die heutige Metro AG und hält noch immer 13 Prozent ihrer Anteile. Vor einem internen Zerwürfnis zählten sie zu den 50 reichsten Deutschen.
Die andere erwähnte Stiftung, die ECF wurde 2008 in Den Haag gegründet. Tatsächlich steht hinter der Stiftung eine weitere Organisation, nämlich die CWF, die Climate Works Foundation aus den USA. Im Vorstand der Stiftung sitzt Caio Koch-Weser, ein langjähriger Vorsteher der ECF.
Der Strippenzieher Hal Harvey: Hauptfinanziers der Agora Energiewende sind heute jedoch längst nicht mehr die Mercator- Stiftung oder der ECF. 2022 standen Agora Energiewende fast 19 Millionen Euro zur Verfügung. Der ECF stellte davon 1,5 Millionen zur Verfügung, die Mercator-Stiftung „nur“ 500.000 Euro. Mit Zuwendungen von fast 6 Millionen Euro ist die Climate Imperative Foundation (CIF) der heute mit Abstand größte Geldgeber . Gründer der Stiftung ist der Amerikaner Hal Harvey, bei dem fast alle Fäden zusammenlaufen. Harvey war selbst an der Gründung der Agora Energiewende sowie 2020 an der Agora Verkehrswende beteiligt. Noch heute sitzt er im Aufsichtsrat der Agora Energiewende und ist deren stellvertretender Vorsitzender. Ebenfalls 2020 gründete Harvey die CIF, die heute als der größte Geldgeber der Agora Energiewende und ihrer zahlreichen Tochterstiftungen auftritt.
Das Finanzierungskonstrukt von der Agora Energiewendewirft viele Fragen auf. Unklar ist etwa, wieso die Agora Energiewende ihr Geld von zahlreichen weiteren Stiftungen – auffallend häufig aus dem Ausland – bezieht. Welche Geldgeber am Ende hinter der Agora stehen und welche Interessen sie verfolgen, ist wenig transparent.
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