Dienstreisen: Immer mehr Inlandsflüge der Bundesregierung
- Mitarbeiter der Bundesministerien buchten 2022 allein 5330 Inlandsflüge, bis Juni 2023 waren es 3114.
- Die Kosten für diese Flüge beliefen sich auf 1,3 Millionen Euro pro Jahr
- Rund drei Viertel der Flugreisen finden zwischen Berlin und Köln/Bonn statt.
Bonn Voyage, liebe Luft-Pendler von der Bundesregierung! Weil immer noch viele Ministerien ihre Außenstellen in der alten Bundeshauptstadt haben, fliegen die Mitarbiter hin und her …
Nach der Coronapandemie wählen die Beschäftigten der Bundesministerien bei Dienstreisen im Inland wieder mehr das Flugzeug als Fortbewegungsmittel. Inlands-Flüge der Bundesregierung? Das passt doch eigentlich so gar nicht zu dem grünen Öko-Image, dass die Ampel sonst pflegt …
Die Kosten der Vielfliegerei
Die Kosten für diese Flüge sind erheblich. Im Jahr 2021 beliefen sich die Kosten für 4009 Flugreisen innerhalb Deutschlands auf knapp eine Million Euro. 2022 waren es bereits 5330 Flüge, eine Steigerung um fast ein Drittel. Diese schlugen mit 1,3 Millionen Euro zu Buche. Bis Mitte Juni 2023 gehen auf die Mitarbeiter der Bundesministerien schon 3114 Flugbuchungen für knapp 820.000 Euro zurück. Dies geht aus einer Anfrage der Linksfraktion an das Finanzministerium hervor, die dem Spiegel vorliegt.
Die Entwicklung dieser Zahlen erinnern ein wenig an das Versprechen von Annalena Baerbock, als Außenministerin weniger die Flugbereitschaft der Bundeswehr, dafür öfter Linienflüge und Bahn zu nutzen. Das nüchterne Ergebnis nach einem Jahr im Amt: 100 Dienstreisen, vier davon mit Linienflügen, zwei mit der Bahn.

Bonn Voyage: Unter anderem das Verkehrsministerium hat eine Außenstelle in der alten Bundeshauptstadt
Berlin und Köln/Bonn: Die Hauptverbindung
Zurück zu den Ministeriums-Mitarbeitern: Rund drei Viertel der Flugreisen finden zwischen Berlin und Köln/Bonn statt. Dies liegt daran, dass alle Ministerien auch noch Dependancen am ehemaligen Regierungssitz Bonn besitzen.
Kritik aus der Opposition
Die Vielfliegerei stößt auf Unverständnis seitens der Opposition: „Nach der Coronakrise habe ich einen Digitalisierungsschub von der Bundesregierung erwartet“, sagt Gesine Lötzsch, Chefhaushälterin der Linksfraktion. Schließlich seien „Zoom-Konferenzen besser für das Klima als Inlandsflüge“.
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