Doktor Lauterbach hat kein Verständnis für Ärzte: „Verstehe nicht, warum gestreikt wird“
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Für diesen Notruf hat der Gesundheitsminister mal gar kein Verständnis …
Karl Lauterbach (SPD) hat Ärger mit den Ärzten: Die Mediziner fordern einen Inflationsausgleich bei ihren Bezügen und den Abbau von Bürokratie. Deshalb – und aus Protest gegen die Politik des Ministers – bleiben Tausende Praxen zwischen den Jahren geschlossen.
Lauterbach hat dafür gar kein Verständnis. Und macht mit einem Satz auf sich aufmarksam, der so gar nichts mit seiner Arbeiterpartei SPD zu tun hat: „Ich verstehe nicht, warum gestreikt wird“, so der Gesundheitsminister im ZDF.
Und weiter: „Die Forderungen der Ärzte nach mehr Geld sind auch bekannt. Der Streik bringt überhaupt nichts nach vorne.“
Damit rüttelt Lauterbach an einem demokratischen Grundsatz, der einmal im Kern der politischen Arbeit seiner „Arbeiterpartei“ SPD stand. Vor jedem Streik ist bekannt, was die unterschiedlichen Parteien fordern. Das Streikrecht dient eben dazu, der eigenen Forderung Nachdruck zu verleihen.
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Tausende Arztpraxen werden zwischen den Jahren geschlossen bleiben.
„Praxis in Not“
„Praxis in Not“ heißt die Kampagne der Praxen. „Wo man auch hinblickt: Beinahe jede Arztpraxis ist aktuell massiv überlastet“, sagte der Vorsitzende des Virchowbundes der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, Dirk Heinrich, vor dem Streik. Der Verband rechnet damit, dass Tausende Praxen bis einschließlich Neujahr geschlossen bleiben könnten. Insgesamt 20 Verbände unterstützen den Streik.
Die Praxen waren dazu aufgerufen worden, ihre Patienten über die Schließung zu informieren, auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu verweisen und für Vertretung für dringende Notfälle zu sorgen.
Aus Lauterbachs Sicht verdienen die Ärzte bereits genug Geld: „Die Forderung nach mehr Geld halte ich nicht für begründet. Außer in der Schweiz wird natürlich in Europa in den Praxen nirgendwo so gut verdient wie in Deutschland“, so Lauterbach. Seit Monaten würde Lauterbach an einem Gesetz arbeiten, um wenigstens die bemängelte Bürokratie abzubauen.
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