Eritreische Konflikte werden mitten in Deutschland ausgetragen – weshalb lässt man das zu?
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Stellen Sie sich vor, Sie sind aus einem Land geflohen, in dem die Ein-Parteien-Regierung ihr Volk so sehr unterdrückt und auszehrt, dass die Hälfte der Bevölkerung vom Hungertod bedroht ist und alle 25 Sekunden ein Kind an Unterernährung stirbt.
Stellen Sie sich vor, dass Sie es nicht mehr ausgehalten haben und mit der ganzen Familie nach Deutschland geflohen sind. Ebenso wie 70.000 Ihrer Landsleute, denen es auch nicht besonders gut ging in einem Land, das als eines der Ärmsten der Welt gilt.
Und nun stellen Sie sich einmal vor, Ihre Regierung (Reminder: vor der Sie geflohen sind) veranstaltet ein Fest in Ihrer neuen Heimat und lädt Sie ein, ein fröhliches Fest mit ihren Regierungs-Vertretern zu feiern, weil es in Ihrem Land ja so herrlich ist und Sie Sitten und Gebräuche Ihrer wunderbaren Heimat ja nicht vergessen, sondern lebendig halten sollen.
Außerdem wäre es ganz toll, wenn Sie für Ihr schönes Land spenden würden, um die Regierung weiterhin bei ihrer wertvollen Arbeit zu unterstützen.
Kein Scherz – genau das ist am Wochenende geschehen.
Am Wochenende zog es tausende Eritreer ins beschauliche Mittelhessen, um in Gießen ihr schon im Vorfeld umstrittenes Eritrea-Festival zu feiern. Dieses vom Zentralrat der Eritreer veranstaltete Heimat-Fest war im vergangenen Jahr schon eskaliert, deshalb stand sogar ein Wasserwerfer bereit, um die bei Temperaturen wie am heimischen Äquator erhitzten Besucher abzukühlen.
Was dann allerdings geschah, wird nicht als Ruhmesblatt in die Stadtgeschichte von Gießen eingehen. Zwei verfeindete Gruppen trafen aufeinander.

Polizisten umstellen Demonstranten am Rande des Eritrea Festivals
Auf der einen Seite die Anhänger des Diktators und Gastgebers Isayas Afewerki, der das Land am Horn von Afrika mit harter Hand regiert und für seinen Clan Millionen von Dollars herausquetscht.
Auf der anderen Seite die Anhänger der Eritreischen Revolutionsparteien, die gegen die Regierung kämpfen, um selbst ein Stück vom spendenfinanzierten Kuchen zu ergattern.
Bilanz: 26 Verletzte Polizisten, 125 Strafanzeigen, noch mehr Festnahmen.
Nun zu meiner Frage: Wenn schon bekannt ist, dass diese Zusammenkunft zu einem Kriegsschauplatz wird – wie kann es dann sein, dass der Hessische Verwaltungsgerichtshof die Veranstaltung zulässt, obwohl das Ordnungsamt der Stadt Gießen deutlich vor ihrer Durchführung gewarnt und mit Vehemenz versucht hatte, das Festival zu verbieten?
Wenn schon im Vorfeld davon ausgegangen wird, dass hier innereritreische Konflikte auf deutschem Boden ausgetragen werden – weshalb lässt man sie dann zu?

26 Polizisten wurden bei Einsätzen verletzt
Und – noch gravierender: Weshalb wird diesen gewaltbereiten, demokratieverachtenden und integrationsresistenten Menschen gestattet, mit Ansage der freundlichen Stadt Gießen ein solches Schlachtfeld zu hinterlassen?
Gießens Oberbürgermeister Frank-Thilo Becher (SPD) fand klare Worte die hessische Schmach: „Die Bilder, die aus unserer Stadt am Wochenende durch die Welt gingen, sind unerträglich…“
Er hat leider recht.
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