Erster Sponsor zieht zurück +++ Zeremonie in Algerien und Marokko zensiert +++ Kirche empört: Warum die woke Eröffnungsfeier von Paris zum Bumerang wird
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Nach der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris, die weltweit Empörung und Kritik hervorgerufen hatte, müssen die Veranstalter nun Konsequenzen davontragen. So hat erstmals ein Sponsor der Olympischen Spiele, das Unternehmen C-Spire aus den USA, seine Unterstützung zurückgezogen.
In einer Pressemitteilung teilte das Unternehmen mit, man werde nicht mehr bei Olympia werben. „Wir waren schockiert von der Verhöhnung des letzten Abendmahls während der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele“, teilte das Unternehmen mit, bei dem es sich um einen der größten Internetprovider der Vereinigten Staaten handelt.

Die Pressemitteilung von C-Spire.
Zuvor hatte sich auch die französische Kirche kritisch zu der Eröffnungsfeier geäußert, bei der Fat- und Queer-Aktivisten eine Szene nachstellten, die Menschen weltweit an das bekannte Gemälde Leonardo Da Vincis „Das letzte Abendmahl“ erinnerte. „Ich fühlte mich zutiefst verletzt“, sagte Emmanuel Gobilliard bei Le Figaro. Zwar respektiere Gobilliard, der der Delegierte der katholischen Kirche für die Olympischen Spiele und Bischof von Digne ist, das „Recht auf Blasphemie“, dieses sollte aber Theatern oder Spektakeln vorbehalten sein – und nicht Teil einer Veranstaltung wie der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. „Die Olympische Charta verbietet das sogar ausdrücklich“, sagte Digne mit Verweis auf die politische, weltanschauliche oder religiöse Neutralität.
In Frankreich äußerten sich Politiker rechts und links der Mitte kritisch. Die Rechtspolitikerin Marion Maréchal teilte auf X mit: „Allen Christen auf der Welt, die die Zeremonie verfolgen und sich durch diese Drag-Queen-Parodie des Letzten Abendmahls beleidigt fühlen, sei gesagt: Hier spricht nicht Frankreich, sondern eine linke Minderheit, die zu jeder Provokation bereit ist“, so Maréchal. Der Tweet ging viral, wurde über 112.000 Mal gelikt und von fast zwölf Millionen Menschen gesehen.
„Millionen Menschen vor den Kopf gestoßen“
Doch auch der wohl bekannteste Linkspolitiker des Landes, Jean-Luc Mélenchon, brachte sein Unverständnis zum Ausdruck. Zwar lobte er den „Geistesrebellen“ Thomas Jolly, doch schrieb er auch in einem Blogbeitrag: „Was bringt es, das Risiko einzugehen, Gläubige zu verletzen?“, so Mélenchon. Man habe an diesem Abend mit der Welt gesprochen und in Kauf genommen, Millionen Menschen vor den Kopf zu stoßen. Auch die Enthauptung der französischen Königin Marie Antoinette habe Mélenchon missfallen. Der für die Zeremonie verantwortliche Künstler Jolly hatte im Vorfeld der Parlamentswahlen Anfang Juli dazu aufgerufen, Mélenchon und sein Linksbündnis zu wählen.

Auch dem Linkspolitik Jean-Luc Mélenchon missfiel die Anspielung an das letzte Abendmahl.
Die Veranstalter der Olympischen Spiele derweil haben sich für die Szenen der Eröffnungszeremonie entschuldigt. Es sei nie die Absicht gewesen, eine religiöse Gruppe zu verunglimpfen, sagte eine Sprecherin. Es tue den Veranstaltern leid, wenn sich jemand beleidigt gefühlt habe. Doch die Szenen sollen nicht, wie von einigen kolportiert, vom offiziellen YouTube-Account der Olympischen Spiele gelöscht worden sein. Wie das Portal RMC Sport berichtet, habe das IOC die Videos lediglich in einigen Teilen der Welt unterdrückt – weil es unter Geoblocking falle.
Inzwischen ist ein Streit über die Deutungshoheit der Szene entbrannt, bei der die queere Fat-Aktivistin und Lesbe Butch im Mittelpunkt stand. Wie der Artdirektor Thomas Jolly, diverse Historiker und der Account der olympischen Spiele mitteilten, handele es sich gar nicht um eine Nachstellung des letzten Abendmahls vor Jesus Kreuzigung. Vielmehr sei die Szene dem Gemälde des niederländischen Malers Jan van Bijlert nachgestellt, der wiederum auf griechische Götter anspielt. Dem entgegen stehen Verlautbarungen der beteiligten Künstler selbst, die mitgeteilt hatten, dass es sich bei der Inszenierung um biblische Szenen und das Abendmahl handelt. Die Drag-Queens Jo und Butch nahmen selbst diesen Standpunkt an.

Die inzwischen gelöschte Instagram-Story der fat-aktivistischen Lesbe Butch.
Werden christliche Symbole bei Olympia zurückgehalten?
Derweil hat die Verhöhnung der eigenen Kultur, an der zahlreiche Beobachter die überbordende Nacktheit, die Anbiederung an einen Zeitgeist und queeren Aktivisten kritisieren, eine größere Debatte über die Verankerung des Christentums während Olympia entfacht.
Wie der Sydney Herald berichtet, hat der brasilianische Surfer João Chianca in einem inzwischen gelöschten Social-Media-Beitrag mitgeteilt, dass die Olympia-Organisatoren ihn dazu aufgefordert hätten, das Gemälde „Christus der Erlöser“ von seinen Surfbrettern zu verbannen. Sie sollen den Brasilianer darauf hingewiesen haben, dass „das Gemälde bei den Olympischen Spielen nicht zugelassen ist, da Christus eine religiöse Figur ist und die Spiele strenge Regeln haben, die auf absolute Neutralität abzielen“.

Jesus auf dem Surfbrett von Chianca.
Ebenfalls eine Brasilianerin, die 16-jährige Rayssa Leal, die gestern im Skate-Wettbewerb die Bronzemedaille gewann, nutzte ihren Auftritt für eine Botschaft des Christentums. Nach ihrem Lauf teilte Leal, die mit einem Kreuz an der Halskette zum Wettbewerb antrat, in Zeichensprache mit: „Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Die Worte stammen aus dem Evangelium nach Johannes. Auch der Tennis-Superstar Novak Djokovic zeigte das Kreuz in die Kamera, das er während einer Partie um den Hals trug.
Überraschende Unterstützung für Christen – aus Teheran
In muslimischen Ländern hat die Eröffnungszeremonie derweil für Verstörung gesorgt. Wie das Portal CNews berichtet, haben die übertragenden TV-Sender in Algerien und Marokko während der Szenen, in der die Nacktheit der Beteiligten am Abendmahl zelebriert wurde, die Übertragung unterbrochen – und Schnittbilder aus Paris gezeigt. In den USA hat NBC, der Hauptsender der Olympischen Spiele seit 1988, während der besagten Sequenzen Werbung und Bilder des Teams USA gezeigt.
Überraschende Unterstützung für das Christentum kam derweil von einem, der nicht gerade dafür bekannt ist: Der oberste Führer des Mullah-Regimes im Iran, Ayatollah Chamenei, teilte mit, dass man die Abbildung Jesus Christus als „anstößig“ und „alle roten Linien übertretend“ empfand. „Frankreich, ein Land mit einer großen Geschichte des Christentums, sollte sich schämen und ich rufe dazu auf, alle Christen weltweit dagegen aufzubegehren. Wir verurteilen die Zeremonie entschieden“, hieß es weiter.
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