Europaweite Razzia gegen italienische Mafia: 108 Haftbefehle vollstreckt
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- Am Mittwoch ging die EU mit einer großangelegte Razzia gegen die 'Ndrangheta-Mafia vor.
- 108 Haftbefehle wurden in mehreren Ländern, darunter auch Deutschland verstreckt.
- Die Schwerpunkte der Ermittlungen sind internationaler Drogenhandel und Geldwäsche.
Die italienische Mafia-Organisation 'Ndrangheta gerät bei einer großangelegten EU-weiten Razzia ins Visier der Polizei. In Deutschland wurden zahlreiche Durchsuchungen und Festnahmen in verschiedenen Bundesländern durchgeführt. Mehr als 1000 Polizisten, darunter auch Spezialkräfte, waren im Einsatz.
EU-weite Ermittlungen: Neben Deutschland beteiligten sich auch Belgien, Frankreich, Italien, Portugal und Spanien an der Operation. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf internationalen Drogenhandel, insbesondere Kokain, Geldwäsche, Waffenhandel und Mitgliedschaft in kriminellen Vereinigungen, wie die Franktfurter Allgemeine Zeitung und der MDR berichten.

Die „Operation Eureka“ ist einer der größten internationalen Einsätze im Kampf gegen die kalabrische Mafia. Insgesamt wurden 108 Haftbefehle vollstreckt, davon mehr als 30 in Deutschland. Wohn- und Geschäftsräume wurden an zahlreichen Orten durchsucht.
Erfolge in Bayern: In Bayern gelang den Behörden ein entscheidender Schlag für die internationalen Ermittlungen: Ein Kryptohandy eines Hauptverdächtigen wurde identifiziert. Eine in München ansässige Gruppe steht unter Verdacht, den internationalen Kokainhandel mitfinanziert, logistisch unterstützt und Geldwäsche betrieben zu haben.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bezeichnete die Beschlagnahmung des Kryptohandys als „Meilenstein für die italienischen Ermittler“. Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling (SPD) nannte die Großrazzia einen „wirkungsvollen Schlag“ gegen die Mafia.
Geld aus Kokain-Handel floß in Eisdielen und Autowaschanlagen
Mehrere Verfahren wurden im Rahmen der „Operation Eureka“ zusammengeführt, darunter eines gegen einen kalabrischen Auswanderer und seine Söhne, die eine Pizzeria in Belgien betrieben, aber auch Kontakte zu Kokain-Händlern hatten.
Die Verdächtigen sollen große Mengen Kokain aus Südamerika nach Europa und Australien geschmuggelt haben. Illegale Einnahmen flossen in ein weltweites Geldwäsche-Netzwerk, u.a. in Restaurants, Eisdielen, Immobilien und Autowaschanlagen in mehreren Ländern, darunter auch Deutschland.

Fast alle Hauptverdächtigen stammen aus dem Dorf San Luca in Kalabrien, das als Hochburg der 'Ndrangheta gilt. Viele sind miteinander verwandt.
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