Ex-Minister Guttenberg rät, AfD-Wählern zuzuhören: „Nicht ständig mit Schaum vorm Mund über irgendwelche Brandmauern schwadronieren“
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Karl-Theodor zu Guttenberg, Ex-Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, danach bis 2011 Bundesminister der Verteidigung, mahnt im MUT-Podcast einen anderen Umgang mit der AfD und ihren Wählern an.
Im Podcast „MUT – Der Deutschland-Talk mit Tiden Onaran“ sagte zu Guttenberg: „Wer die Mitte stärken will, muss auch bereit sein, ihr zuzuhören – statt nur mit Schaum vorm Mund über Brandmauern zu schwadronieren“. Die politische Diskussionskultur habe Meinungsvielfalt vernachlässigt und stattdessen andere Sichtweisen ausgegrenzt:
„Je weniger wir bereit sind, uns aus der Mitte der Gesellschaft heraus noch zuzuhören, eine andere Meinung zuzulassen, jemanden nicht sofort vernichtend gegen die Wand zu drücken, bloß weil wir das Gefühl haben, er vertritt eine These, die jetzt vielleicht nicht gerade genehm ist – je mehr wir das tun, desto mehr nähren wir das Gefühl in der Mitte bei den Menschen, dass man nicht mehr gehört wird, dass einem keiner diese Freiheiten geben will.“

Man muss bereit sein, der Mitte zuzuhören, meint Karl-Theodor zu Guttenberg.
„Wir müssen uns erst mal selber den Spiegel vorhalten“
Statt sich ständig über Brandmauern zu echauffieren, müsse man sich selbst hinterfragen: „Wir müssen uns erst mal selber den Spiegel vorhalten, bevor wir immer manisch den Spiegel Richtung AfD halten.“ Im Gegensatz zu den meisten Politikern und Journalisten, die immer mehr Deutschen eine rechtsradikale Gesinnung unterstellen, sagte der Ex-Politiker: „Wir müssen schon sehr aufpassen, dass man hinter die Brandmauer nicht auch all die Wähler dahinter packt, die eigentlich genauso gut in der Mitte wieder willkommen geheißen werden können.“
Guttenberg distanzierte sich selbst von Vertretern der AfD, er findet „das grauenvoll, was die vertreten und auch die ganzen Charaktere, die da herumrennen.“ Dennoch sei es falsch, die Wähler der Partei zu verteufeln. Er übte auch Kritik an den etablierten Parteien, die sich in den vergangenen Jahren „selbst zerfleischt“ hätten: „Das ist ein demokratisches Versagen gewesen, was wir da an den Tag gelegt haben.“
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