Explosionen und aufkommender Wind: Lage bei Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern verschärft sich
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- Die Lage beim Großwaldbrand in Mecklenburg-Vorpommern hat sich wieder verschärft.
- Mehrere Explosionen waren in der Nähe der geräumten Ortschaft Volzrade zu hören.
- Auf dem Gelände befindet sich noch immer viel Munition aus dem Zweiten Weltkrieg im Erdboden.
Hunderte Feuerwehrleute kämpfen seit Montagnachmittag gegen zwei große Waldbrände im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns. Auch in der Nacht wässerten sie den Boden rund um die Feuer, um ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern.

Nach einer relativ ruhigen Nacht hat sich die Lage beim Großwaldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) am Dienstagvormittag wieder verschärft. Mehrere Explosionen waren in der Nähe der geräumten Ortschaft Volzrade zu hören. Das Gebiet ist stark mit Munition aus dem Zweiten Weltkrieg belastet.
„Jede Detonation wirkt wie ein Katalysator“, sagte Landrat Stefan Sternberg (SPD). Die Wärmebildkamera zeige nach jeder Explosion ein Hitzenest und Funkenflug, der vom Wind aufgenommen und weitergetragen werde. Der Abstand des Feuers zu Volzrade habe sich von 700 bis 800 Meter am frühen Morgen auf 500 Meter verringert. Noch breite sich das Feuer am Boden aus, gefürchtet werde ein Übergreifen auf die Kronen der Bäume.

Feuerwehrleute wässern den Waldboden vor Volzrade und versuchen so, die Flammen zu stoppen. Ein Hubschrauber mit Löschwasser aus der Luft für schlecht zugängliche Stellen musste zwischenzeitlich seine Flüge einstellen, weil Militärmaschinen der internationalen Luftwaffenübung „Air Defender 23“ über dem Gebiet unterwegs waren. Seitens der Bundeswehr werde jetzt geklärt, dass ab sofort die Übungsflüge das Waldbrandgebiet meiden, sagte Sternberg.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) machte sich am Dienstag vor Ort ein Bild der Lage und sprach mit den Einsatzkräften.

Am späten Montagabend standen nach Angaben der Behörden rund 100 Hektar Wald auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen in Flammen. Das Feuer rückte dem Ort Volzrade bedrohlich nahe, so dass die Behörden die Häuser dort am Abend evakuierten. Rund 160 Menschen mussten die Nacht bei Freunden, Verwandten oder in der Turnhalle von Lübtheen verbringen.

In der Viezer Heide bei Hagenow - ebenfalls ein ehemaliges Militärgelände mit munitionsbelastetem Boden - brannten den Angaben des Landkreises Ludwigslust-Parchim zufolge rund 35 Hektar. Es kam zu Detonationen. Dort soll am Dienstag ein Bergepanzer der Bundeswehr Brandschutz-Schneisen verbreitern.
Landrat Stefan Sternberg (SPD) rief den Katastrophenfall für Lübtheen aus. Er sagte, man hoffe, dass die Panzerringstraße auf dem Truppenübungsplatz als Barriere für das Feuer halte. Die 30 Kilometer lange, vegetationslose Ringstraße, die den einstigen Truppenübungsplatz in Teilen umschließt, war nach einem ersten Großbrand dort 2019 verbreitert worden.

Verglichen mit Lübtheen ist die Lage bei Hagenow laut den Behörden relativ stabil. Unter Kontrolle sei der Brand dort aber auch nicht, sagte ein Kreissprecher. In der Nähe dieses Feuers wurde wegen starken Rauches ein allein stehendes Haus mit zwei Bewohnern evakuiert.
Auch in anderen Regionen brennen die Wälder
Auf dem Truppenübungsplatz bei Lübtheen hatte es 2019 den bis dahin größten Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern auf fast 1000 Hektar Fläche gegeben. Mehr als 3000 Feuerwehrleute kämpften damals fast eine Woche lang gegen die Flammen. Von diesem Brand liege noch viel totes Holz im Wald, das massiv brenne, hieß es am Montag. Die Hitze des Feuers sei größer als 2019 und dringe tiefer in den Boden ein. Es detoniere alte Munition, wo man eigentlich nichts mehr vermutet habe.

Auch in anderen Regionen Deutschlands kam es in den vergangenen Tagen zu Waldbränden. In Hessen brach - ebenfalls am Montagnachmittag - am nordwestlich von Frankfurt gelegenen Berg Altkönig ein Waldbrand aus. Nach Angaben des Hochtaunuskreises gestalteten sich die Löscharbeiten wegen der Beschaffenheit des Geländes schwierig. Weitgehend eingedämmt war mit Stand Montag hingegen der Waldbrand bei Jüterbog südlich von Berlin. Das Feuer dort war Ende Mai auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz ausgebrochen.
Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt seit Tagen alarmierende rote bis dunkelrote Flecken auf der Deutschlandkarte. Besonders groß ist die Gefahr im Nordosten, wo an vielen Orten die höchste Warnstufe fünf gilt.
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