Faeser will lange Klingen verbieten: Polizei-Gewerkschaften fordern generelles Messerverbot
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Blutige Messer-Attacken sind in Deutschland inzwischen trauriger Alltag. Bundesinnenministerin Faeser (SPD) will nun Messer mit langer Klinge verbieten. Ein Schildbürger-Plan, finden viele. Für die Polizei gehen die Pläne nicht weit genug.
In der Debatte um eine Verschärfung des Waffenrechts fordern Gewerkschaften ein allgemeines Messerverbot.
„In Deutschland muss sich niemand bewaffnen“
Der jüngste Vorstoß von Bundesinnenministerin Nancy Faeser sei ein erster Schritt, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Dirk Peglow, zu Bild. „Aber wir sollten weitergehen. In Deutschland muss sich niemand bewaffnen.“ Es sei Zeit, über ein allgemeines Messerverbot nachzudenken.

Dirk Peglow, der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK)
Auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Heiko Teggatz, sagte Bild, zu einer Verschärfung könne auch ein generelles Messerführverbot in der Öffentlichkeit gehören.
Angesichts der Zunahme von Messerangriffen will Faeser das Waffenrecht verschärfen. Im neuen Waffenrecht werde sie „den Umgang mit Messern im öffentlichen Raum weiter einschränken“, kündigte sie in der Bild am Sonntag an. In der Öffentlichkeit sollen Messer demnach nur noch bis zu einer Klingenlänge von sechs Zentimetern statt bisher zwölf Zentimetern mitgeführt werden dürfen. Für gefährliche Springmesser soll es ein generelles Umgangsverbot geben.

Am Hamburger Hauptbahnhof sichergestelltes Messer
„Schaufensterpolitik“
Der Geschäftsführer des Deutschen Jagdverbands, Olaf Niestroj, bezeichnete Faesers Pläne als „Schaufensterpolitik“. „Es ist völlig unklar, wie und von wem ihre neuen Vorschläge kontrolliert werden sollen. Schon das Verbot des Führens von Schreckschusspistolen ist so gescheitert – es hält sich einfach niemand daran“, sagte er dem Tagesspiegel. „Zudem wird die Lebensrealität von Hunderttausenden Jägerinnen und Jägern in Deutschland ignoriert. Wir arbeiten mit teils deutlich längeren Messern, um einem jahrhundertealten Beruf nachzugehen“, sagte er. Es seien sinnvolle und umsetzbare Lösungen nötig.
Aus der FDP kam ebenfalls Kritik an den Plänen. Die Vorschläge aus dem Bundesinnenministerium seien nicht überzeugend, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Konstantin Kuhle.
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