Haselnuss-Katastrophe: Wird Nutella jetzt Nuteuer?
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Im April haben Nachtfröste erhebliche Teile der neuen Haselnuss-Ernte zerstört – in den Hauptanbaugebieten Ordu und Giresun in der Türkei am Schwarzen Meer, wo normalerweise ideale klimatische Bedingungen herrschen. Von dort beziehen zahlreiche Lebensmittelhersteller ihre Haselnüsse für Schokolade, Nougat, Müsli oder Studentenfutter. Das türkische Statistikamt rechnet mit einem Rückgang der Produktion um ein Drittel auf 520.000 Tonnen, wie das Handelsblatt berichtet.
Das sind schlechte Nachrichten für die großen Lebensmittelhersteller. Je nach Saison liefert die Türkei bis zu 70 Prozent der globalen Ernte. Die Großhandelspreise für türkische Haselnüsse stiegen seit den Aprilfrösten um gut 30 Prozent. Und diese Preiserhöhungen werden auf die Verbraucher durchschlagen, da sind sich Handelsexperten sicher. Vor allem auch beim Marktführer Nutella. Viele fragen sich: Wird Nutella jetzt Nuteuer?
Haselnuss-Krise und Kakao-Preisanstieg
Viele Lebensmittelhersteller versuchen nach den Ernteausfällen in der Türkei, ihre Lieferketten kurzfristig umzubauen. Doch das wird für die meisten schwierig. Denn andere Anbauländer wie Italien, die USA oder Chile können die Ausfälle nicht vollständig kompensieren, wie der Verband „International Nut and Dried Fruit Council“ mitteilt. Die Haselnuss-Krise trifft eine Branche, die von den Rohstoffpreisen ohnehin stark beeinträchtigt ist. Schokoladenverarbeiter wie Ferrero, Lindt oder Ritter Sport leiden unter Rekordpreisen für Kakao. So hat sich der Preis für Rohkakao 2024 verdreifacht. Auch die Ladenpreise für Schokolade sind stark nach oben gegangen. Bestes Beispiel: Nutella. Der Preis des Nougatbrotaufstrichs ist seit 2022 bereits um knapp 27 Prozent gestiegen. Das deutsche Nutella-Pendant Nusspli von Zentis verteuerte sich um 37 Prozent, ermittelte die Preisvergleichs-App Smhaggle. Eine Tafel Ritter Sport Voll-Nuss kostet 65 Prozent mehr – im Schnitt 2,29 Euro statt 1,39 Euro. Dagegen fiel die Teuerung der „Ost-Nutella“ Nudossi mit zehn Prozent relativ moderat aus.

Schokolade mit Nüssen könnte zeitnah teurer werden.
Ritter Sport braucht 4000 Tonnen Haselnüsse pro Jahr
Der Haselnuss-Mangel trifft vor allem auch Ferrero. Der Hersteller von Nutella, Hanuta und Rocher ist laut Bloomberg der weltgrößte Abnehmer von Haselnüssen. Das italienische Familienunternehmen nimmt rund ein Viertel der türkischen Ernte ab. Schokoladenhersteller Ritter Sport benötigt knapp 4000 Tonnen Haselnüsse pro Jahr – den Großteil aus der Türkei. Weil die Haselnüsse für Ritter Sport spezifische Größen haben, seien Alternativquellen schwer zu erschließen. Ritter Sport hat in Frankreich Haselnussfarmen aufgebaut. Bis zur ersten vollen Ernte dauert es allerdings noch sechs bis acht Jahre.
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