Jungbauern nehmen Özdemir ins Gebet: „Wir sind ein grüner Beruf! Und das schon länger als es die Grünen gibt ...“
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Cem Özdemirs Auftritt vor Bauern in Ellwangen: Nachdem er sich zu Beginn der Veranstaltung noch vor 2500 anwesenden Protest-Bauern versteckt und den Hintereingang zur Stadthalle genommen hatte, stellte sich der Landwirtschaftsminister zum Schluss doch noch seinen Kritikern.
Der Grünen-Politiker sprach erst selbst und hörte dann aufmerksam zu, als zwei Jungbauern aus Baden-Württemberg ihn ins Gebet nahmen.
Özdemir hatte als ersten Programmpunkt in Ellwangen in der Stadthalle gesprochen, dort vor 700 Zuhörern seine Leistung als Bundeswirtschaftsminister verteidigt. Er sei erst zwei Jahre im Amt, vieles, was jetzt im Argen sei, sei bereits unter früheren Regierungen und von seiner Vorgängerin verbockt worden.

Vor seiner Rede vor 2500 Demonstranten hatte Özdemir in der Stadthalle gesprochen.
Özdemir kritisierte auch die Regierung, der er selbst angehört! Bei der Entscheidung, den Landwirten Subventionen zu streichen, hätten seine Ampel-Kollegen ihn nicht zurate gezogen. Er sei mit den Sparplänen, die inzwischen ganz leicht abgemildert wurden, auch nicht glücklich.
Nach seiner Rede in der Halle stieg die Spannung: Würde sich Özdemir, der heute auch mit der Aussage, alle Bauern seien Rassisten, für Aufregung sorgt, vor der Stadthalle den 2500 Demonstranten stellen, die stocksauer auf ihn und die Ampel-Regierung sind?
Özdemir tat es, sprach von einem Anhänger aus unter Polizeischutz zu den aufgebrachten Bauern – und ließ sie auch selbst zu Wort kommen. Zwei Jungbauern redeten von der Demobühne aus Klartext mit dem Bundeslandwirtschaftsminister. Ohne viel Gerede kamen sie zum Punkt!

Von der Demo-Bühne aus wandten sich die Jungbauern an den Bundeslandwirtschaftsminister: Unser Beruf war schon GRÜN, bevor es die Grünen überhaupt gab!
Zunächst richtete Jungbauer Lukas Schmidle das Wort an den Minister, kam noch mal auf dessen Aussage, man habe ihn nicht in die Ampel-Sparpläne mit einbezogen, zu sprechen: „Herr Özdemir, Sie sagen, Sie sind nicht konsultiert worden und das macht mir aus zwei Gründen Angst“, so der Landwirt. „Erstens, sie wussten es tatsächlich nicht, dann haben sie ihren Laden nicht ordentlich im Griff. Oder aber: Sie wussten es und haben uns nicht die ehrliche Antwort gegeben, die sie uns schuldig sind!“
Zustimmender Applaus, Özdemir hört aufmerksam zu.
Nach Schmidle spricht Jungbäuerin Klara Haas ins Mikro, sagt einen entscheidenden Satz! „Jedes Gramm Fleisch, das in Deutschland produziert wird statt im Ausland, spart CO2“, so die Landwirtin. „Wir sind ein grüner Beruf – und das schon länger als es die Grünen überhaupt gibt!“
Applaus und Jubel, Haas spricht ihrem Berufsstand aus der Seele!

Trecker-Aufmarsch vor der Stadthalle Ellwangen
Zum Schluss dann noch eine tolle Geste der Jungbäuerin: Trotz aller Kritik und allem Brass spricht sie Özdemir, dessen eigene Rede immer wieder von „Die Ampel muss weg!“-Sprechchören unterbrochen worden war, ihren Dank aus. „So wie sie uns hier zuhören und uns ausreden lassen – das sehe ich als Zeichen, dass Sie auf uns eingehen wollen“, so Klara Haas.
Ein versöhnliches Zeichen, Worte der Hoffnung.
Und auch Özdemir bedankte sich zum Abschluss – für die offenen Worte der Landwirte.
Mehr lesen: „Die Ampel muss weg!“ – Sprechchöre bei Özdemirs Ländle-Heimspiel
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