„Letzte Generation“ stört bundesweit Verkehr – schwerer Unfall nach Stau durch Klima-Chaoten
- Proteste der Gruppe „Letzte Generation“ legten den Verkehr in zahlreichen Großstädten in Deutschland an wichtigen Punkten lahm.
- Manche Aktivisten trugen Masken von Scholz, Wissing und Habeck.
- In Bayern gab es einen schweren Unfall.
Klima-Chaoten der „Letzten Generation“ haben mit Blockaden den Straßenverkehr in mehreren deutschen Städten an wichtigen Stellen gestört.
In Städten wie Berlin, Leipzig, Dresden und Braunschweig klebten sich Protestteilnehmer am Freitag auf die Fahrbahn – einige trugen Masken, die Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zeigten. Sie hielten dabei Banner hoch mit der Aufschrift „Wir brechen das Gesetz“. Grund für den Protest war nach Angaben der Gruppe der „Bruch des Klimaschutzgesetzes durch die Regierung“.

Aktivisten der letzten Generation blockieren eine Straße in der Nähe des Bundestages in Berlin
Im gesamten Bundesgebiet waren nach den Angaben der Letzten Generation mindestens 36 Sitzblockaden in 26 Städten geplant. „Die Bundesregierung bricht das Gesetz und führt unsere Gesellschaft in den Kollaps“, sagte die Sprecherin der Gruppierung, Carla Rochel. „Es ist unsere demokratische Pflicht, dagegen friedlich Widerstand zu leisten.“
In Berlin wurde an mehreren Stellen der Verkehr massiv blockiert. Unter anderem protestierten mehr als ein Dutzend Aktivisten am Kreisverkehr rund um die Siegessäule, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Mehrere Menschen klebten sich dort auf die Fahrbahn und blockierten so die Hofjägerallee und die Straße des 17. Juni in Richtung Brandenburger Tor. Nach Angaben des dpa-Reporters versuchten zahlreiche Autofahrer, der Blockade auszuweichen, indem sie über Bürgersteige fuhren. Nach gut einer Stunde lief der Verkehr an der Siegessäule wieder wie gewohnt.

Aktivist mit Habeck-Maske vor der Siegessäule in Berlin.
Ein heftiger Unfall ereignete sich auf der A73 bei Nürnberg. Dort staute es sich in Fahrtrichtung Nürnberg – den ersten Erkenntnissen nach wohl, weil Klimaaktivisten unter anderem den weiterführenden Frankenschnellweg blockierten. Das berichtet Rosenheim 24. Ein Autofahrer prallte mit seinem BMW am Stauende in das Heck eines Lastwagens. Dabei zog sich der 31-jährige Autofahrer laut örtlichen Informationen schwere Verletzungen zu, konnte sich aber offenbar noch selbst aus dem Wrack befreien. Der Rettungsdienst brachte ihn in ein Klinikum. Es bildete sich ein enormer Rückstau.

Ein Auto hat sich bei einem Auffahrunfall auf der A73 bei Nürnberg unter einen Lastwagen geschoben.
Die Letzte Generation teilte mit, es gebe auch in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofs Aktionen. Nach Angaben der Polizei blockierten Aktivisten zeitweise auch an der Kreuzung Dorotheenstraße/Ebertstraße in Mitte den Verkehr, also unweit des Reichstagsgebäudes. Auch in der Potsdamer Innenstadt gab es eine Klebeaktion auf einer Straße.
In Dresden blockierten sechs Aktivisten die Washingtonstraße in Richtung Innenstadt, wie die Polizei mitteilte. Dabei klebten sich einige von ihnen auf die Straße. Im Norden Leipzigs blockierten Aktivisten die Bundesstraße 2. Beide Sitzblockaden wurden von der Polizei beendet.
In Braunschweig blockierten Aktivisten im Berufsverkehr eine Straße in der Innenstadt. Kritik daran gab es aus der niedersächsischen Landesregierung. „Nach Ansicht des Ministerpräsidenten schadet das dem Klimaschutz“, sagte eine Sprecherin von Stephan Weil (SPD). Der Klimaschutz sei eine große gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Wenn man dann weite Teile der Gesellschaft gegen sich aufbringt, ist das der Sache nicht dienlich.“

Aktivisten werden weggezogen
Am Donnerstag hatten Aktivisten die Flughäfen in Hamburg und Düsseldorf über mehrere Stunden lahmgelegt, in dem sie die Zäune überwanden, auf die Rollfelder liefen und sich dort nahe der Start- und Landebahnen festklebten. In Hamburg wurde der Flugverkehr am ersten Ferientag für einige Stunden komplett eingestellt. In Düsseldorf wurden mehrere Flüge umgeleitet oder verspäteten sich.
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