Manager-Legende Kurt Lauk: „Eigentlich konnte Deutschland sich die Ampel nie leisten“
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Er ist eine echte deutsche Manager-Legende: Kurt Joachim Lauk (CDU) war Vorstands-Vize von Audi, Finanzvorstand von EON und als Vorstand verantwortlich für die Nutzfahrzeuge von Daimler. Kurzum: Der Mann weiß, wie die deutsche Wirtschaft funktioniert. Und blickt mit großer Sorge auf die aktuelle Regierungskrise.
Kann sich Deutschland die Ampel eigentlich noch leisten? „Nicht mehr. Eigentlich konnte Deutschland sich die Ampel noch nie leisten“, sagt der Wirtschaftsexperte im Gespräch mit Ralf Schuler. Man sehe sich zwar in der Energie- und Umweltpolitik als Vorreiter. Das Problem sei aber: „Vorreiter sein funktioniert aber nur dann, wenn ich Nachfolger habe.“ Die gibt es aber nicht.
Das ganze Interview mit Kurt Lauk hier:
Lauk analysiert, dass Deutschland damit als Einzelgänger dastehe. Die Folge: „Es ist nichts anderes als de facto eine Deindustrialisierung, eine schleichende Deindustrialisierung in Deutschland und in Europa.“

Kurt Lauk im Gespräch mit Ralf Schuler.
Der Streit in der Ampel ist „beschämend“
„Es ist beschämend“, dass die Ampel in so einer schwierigen Situation, mit Krieg auf europäischem Boden und schlechtem Wirtschaftswachstum, streitet. Für Lauk ist klar: „Die Ampel hätte schon lange aufhören müssen. Ich glaube, dass Lindner beim Haushalt im ersten Halbjahr dieses Jahres versäumt hat, zu springen.“ Einst sagte der Finanzminister: „Lieber nicht regieren als schlecht regieren.“ Dieses Prinzip habe er über Bord geworfen, sagt Lauk: „Mittlerweile ist er mittendrin im schlecht regieren, weil die Partner einfach nicht mitziehen.“ Das bringe auch Lindner in eine schwierige Lage. „Denn er muss am Dreikönigstreffen im Januar zeigen, was er getan hat. Und da kann er nicht hingehen und sagen ‚Ich habe es versucht, aber es hat nicht geklappt‘.“
Lesen Sie auch den Gastkommentar von Kurt Lauk: „Die Politik ist für das Desaster in Wolfsburg maßgeblich mitverantwortlich“

Volkswagen-Management war nicht transparent
Der Auto-Gigant Volkswagen steckt in einer tiefen Krise. Sind es in dem VW-Desaster denn nur die Mitarbeiter, die am Ende die Zeche zahlen müssen? Lauk widerspricht: „Die Belegschaften haben im Grunde von den niedrigen Löhnen im Ausland gelebt.“ Die VW-Arbeiter in Deutschland haben von der Ausbeutung ihrer Kollegen im Ausland profitiert. „Da muss man mal deutlich sagen, dadurch konnten die höheren Löhne in Deutschland gezahlt werden, obwohl VW im Inland so gut wie keinen Gewinn mehr gemacht hat.“
Die Manager hätten nach Lauks Ansicht viel früher reinen Tisch machen müssen. „Das Management habe nicht transparent gehandelt. Man hätte den Mitarbeitern sagen müssen: ‚Wir verdienen kein Geld. So, das war’s jetzt.‘“ Bodo Müller hat bei BASF diese Transparenz hergestellt. Denn am weltweit größten Standort Ludwigshafen habe man kein Geld verdient. „Diese Ehrlichkeit gehört zum Management dazu“, ergänzt Lauk

Verfehltes Management geht immer aufs Konto der Mitarbeiter
Nun wird das VW-Debakel nicht demjenigen helfen, der nahe des Werks Osnabrück sein Häuschen abbezahlt. Lauk stimmt zu, erinnert aber an die Realität: „Es ist, muss man sagen, nicht erfreulich, aber durchaus ökonomisch normal, dass eine verfehlte Management-Politik immer auch auf das Konto der Belegschaft geht, im Sinne von Arbeitsplätzen. Es ist leider so, die gehen mit dem Unternehmen hoch und die gehen mit dem Unternehmen runter.“ Nur die Führungskräfte seien etwas besser abgesichert.
Die Opfer für all diese Fehlentwicklungen werden jetzt die Beschäftigten sein, schrieb Lauk in einem Gastbeitrag bei NIUS.
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Ralf Schuler
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