Mittäter des Messerangriffs von Chemnitz noch immer frei: „Wir vermuten ihn in der Türkei“
Der gewaltsame Tod von Daniel H. am Rande des Chemnitzer Stadtfestes vor fünf Jahren sorgte für ein politisches Beben in Deutschland: Die Debatte um rechte Demonstrationszüge und angebliche „Hetzjagden“ auf Migranten ging bis ins Kanzleramt und kostete Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen am Ende sein Amt.
Einer der mutmaßlichen Täter ist noch immer auf freiem Fuß. Es wird international nach ihm gefahndet: „Wir vermuten ihn in der Türkei“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein. Die Türkei lehne eine Auslieferung jedoch ab.
Der Geflüchtete habe offensichtlich inzwischen die türkische Staatsbürgerschaft. Außerhalb der EU sei es nicht üblich, dass eigene Staatsbürger der Justiz anderer Länder übergeben werden. Der auf ihn ausgestellte Haftbefehl laute auf Totschlag. Das verjähre erst nach 20 Jahren, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft Chemnitz.

Blumen und Kerzen stehen an dem Ort in der Brückenstrasse in Chemnitz an dem der 35-jährige Daniel H. erstochen wurde.
Was war geschehen
Der Deutsche Daniel H. war am 26. August 2018 auf offener Straße von einem Asylbewerber aus Syrien erstochen worden. Daraufhin kam es in Chemnitz zu massiven Protesten, bei denen Neonazis und Fußball-Hooligans Seite an Seite mit zuvor unauffälligen Bürgern demonstrierten. Außerdem gründete sich eine rechtsextreme Terrorgruppe. Es gab rassistische Angriffe und einen Anschlag auf ein jüdisches Restaurant. Der Streit um die Frage, ob es „Hetzjagden“ gegeben habe, wurde auf Bundesebene zur Zerreißprobe für die damalige Große Koalition. In der Folge verlor Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen sein Amt.

Das Oberlandesgericht Dresden verurteilte Alaa S. wegen Totschlags zu neuneinhalb Jahren Haft.
Im Fall des gewaltsamen Todes von Daniel H. selbst hatte das Landgericht Chemnitz im August 2019 ein Urteil gesprochen und einen damals 24 Jahre alten Syrer Alaa S. wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht war überzeugt, dass er zusammen mit dem geflüchteten Mittäter den 35-Jährigen erstochen hat. Das Urteil ist rechtskräftig.
Mehr NIUS:
Gutachten von Prüfinstitut Dekra beweist: Windkraftanlagen in Baiereck erzeugen unzulässigen Brummton
London: Britischer Premier Keir Starmer kündigt Rücktritt an
Verpflichtung wahrscheinlich: Bundeswehr schickt 5000 Soldaten an Belarus-Grenze
Ursache unklar: 41-Jährige stirbt auf Hurricane-Festival
Faschismus-Aussage: Daniel Günther fordert Rücktritt von Linken-Chef Pantisano
Schlappe für Dobrindt: Gericht erzwingt Einreise eines zurückgewiesenen Eritreers
Schwere Drohnenangriffe auf Moskau – wichtige Ölraffinerie in Flammen
Krise: Industrie-Beschäftigung fällt auf 10-Jahres-Tief
Mehr NIUS:
Ursache unklar: 41-Jährige stirbt auf Hurricane-Festival
Faschismus-Aussage: Daniel Günther fordert Rücktritt von Linken-Chef Pantisano
Schlappe für Dobrindt: Gericht erzwingt Einreise eines zurückgewiesenen Eritreers
Schwere Drohnenangriffe auf Moskau – wichtige Ölraffinerie in Flammen
Krise: Industrie-Beschäftigung fällt auf 10-Jahres-Tief
Aktuelle Zahlen belegen: Sogar die Polen wandern inzwischen aus Deutschland aus
130-Kilo-Mörder flieht bei Freigang in Peine – LKA fahndet nach 42-Jährigem
Schwere Krise im Automobil-Mittelstand: Jeder zweite Zulieferer streicht Jobs
Artikel teilen
Kommentare