Migranten erreichen Italien über das Mittelmeer: So viele wie seit 2017 nicht mehr
Flüchtlingsrekord: In diesem Jahr sind bereits über 100.000 Menschen über das Mittelmeer nach Italien gelangt. Das stellt die höchste Zahl in einem vergleichbaren Zeitraum dar.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Ankünfte mehr als verdoppelt. Besonders bemerkenswert ist, dass unter den Migranten eine erhebliche Anzahl unbegleiteter Minderjähriger war, nämlich 10.290.
Tragische Konsequenzen
Die steigende Zahl der Ankünfte könnte bis Ende des Jahres den Rekord von 2016 übertreffen, als rund 181.000 Menschen Italien erreichten. Die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer hat auch tragische Konsequenzen. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Beginn des Jahres bereits 2096 Menschen auf dem Mittelmeer vermisst worden, die vermutlich ertrunken sind.
Die hauptsächlichen Ursprungsländer der Migranten in diesem Jahr sind Guinea, die Elfenbeinküste, Ägypten und Tunesien. Viele dieser Migranten versuchen, mit oft seeuntauglichen Booten, aus Tunesien und Libyen Italien zu erreichen, was zu verheerenden Bootsunglücken führt.

Freiwillige von Open Arms sind im Einsatz – sie sammeln die Flüchtlinge ein und bringen sie nach Europa.
Die steigende Zahl von Migranten, die über die Mittelmeerroute nach Italien kommen, hat in Italien zu intensiven Debatten geführt. Die Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat im April den landesweiten Notstand ausgerufen. Auf europäischer Ebene bemüht sich Italien um Abkommen mit nordafrikanischen Ländern, um die Abfahrt von Migrantenbooten in Richtung Europa zu verhindern.
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Zuletzt gab es Berichte über ein tödliches Bootsunglück vor der Küste Tunesiens, bei dem mehrere Migranten tot aufgefunden wurden. Die Marine hat sieben Leichen in der Nähe der Kerkennah-Inseln geborgen. Es ist unklar, wann genau diese Tragödie stattfand, aber es ist bekannt, dass bereits in der Vergangenheit mehrere Migranten vor der Küste nahe Sfax ums Leben kamen, als ihre Boote sanken.
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