Moderator Klamroth verhöhnt Belästigungs-Opfer – weil er nicht über die migrantischen Täter sprechen will
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- Eine CDU-Frau spricht über Alltags-Belästungungen von Männern mit Migrationshintergrund.
- „Hart aber fair“-Moderator Louis Klamroth will sie mit einer Nachfrage lächerlich machen.
- Jetzt gibt's heftige Kritk in den sozialen Medien an Klamroths Vorgehen.
Im ARD-Talk „Hart aber fair“ wird häufig und intensiv über sexuelle Belästigung und Übergriffe gegen Frauen gesprochen – es sei denn, die mutmaßlichen Täter könnten die Falschen sein. „Männer, seid ihr wirklich noch nicht weiter?“ lautet die Sendungsfrage am Montag. Im Fokus: der Fall um Rammstein-Frontsänger Till Lindemann. Doch als eine CDU-Kommunalpolitikerin darauf hinwies, dass sexuelle Belästigung mehr Alltags- als Superstar-Phänomen sind, schien sie Moderator Louis Klamroth mit einer Nachfrage lächerlich machen zu wollen.
„Wenn ich durch Brennpunkt-Straßen in größeren Städte laufe und mir junge Männer, deren Sprache ich teilweise nichtmal verstehe, Sprüche hinterherrufen – da entsteht schon ein Gefühl der Unsicherheit“, schilderte Lisa Schäfer – seit 2019 Mitglied in der Jungen Union und in der CDU – ihre Erlebnisse, die auch ihre Freundinnen erlebten.
Völlig eindeutig – jedoch sehr vorsichtig und umschreibend formuliert – spricht die Kommunalpolitikerin von jungen Männern mit Migrationshintergrund, die bei sexueller Belästigung besonders auffielen. Dennoch fragt Moderator Louis Klamroth „Verstehen sie kein Englisch?“ – so als wolle er Schäfer bewusst missverstehen und das Thema ins Lächerliche ziehen.
Doch die wird konkreter: „Nein, das ist auch kein Englisch – das sind andere Sprachen und das ist ein gewisses Klientel und ich habe viele Freundinnen, denen es genauso geht.“ Man müsse darüber sprechen, dass ein Teil der Männer, die Deutschland zu integrieren versuche, ein „komplett anderes Frauenbild“ habe.
Die Journalistin und Projektleiterin „Gemeinsam gegen Sexismus“ Stefanie Lohaus geht dazwischen, sagt, sie wohne in Neukölln und erginge es ebenso auf dem Oktoberfest wie beschrieben, dass sie sich unwohl fühle – für Moderator Klamroth schien der inhaltiche Ortswechsel kein Problem zu sein, denn er wechselte sogleich das Thema und ging gar nicht mehr auf den Hinweis von Lisa Schäfer ein.
Johannes Winkel, Chef der Jungen Union, kritisiert das Vorgehen von Klamroth: „Der Moderator versucht durch bewusstes Missverstehen, politisch unliebsame Beiträge lächerlich zu machen. Das macht viele Menschen wahnsinnig.“
Die WELT-Journalistin Anne Schneider kommentierte: „Eine Frau meint, dass sie es nicht so super findet, wenn sie in Sprachen belästigt wird, die sie nicht versteht und Louis Klamroth fragt, ob sie kein Englisch spricht, alles klar.“
„Sprechen Sie kein Englisch?“
— Johannes Winkel (@johwinkel) June 20, 2023
Der Moderator versucht durch bewusstes Missverstehen, politisch unliebsame Beiträge lächerlich zu machen.
Das macht viele Menschen wahnsinnig.
Danke, @Lisa_Schaefer20 für deinen Auftritt! #hartaberfair pic.twitter.com/7kHY1mI0Qd
Zahlreiche Kommentatoren in den sozialen Netzen teilten den Eindruck, Klamroth wolle sehr gerne über sexuelle Gewalt und Belästigung sprechen, nur nicht, wenn die mutmaßlichen Täter einen Migrationshintergrund haben. Dabei zeigt die polizeilichen Kriminalstatistik eindeutig, dass Ausländer und besonders Asylsuchende (Faktor 8) bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmtheit stark überrepräsentiert sind.
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