Nach Angriff in Mannheim: So kritisieren israelische Soldaten das Vorgehen der Polizei
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Die Videos des Attentats auf Islamkritiker Stürzenberger werfen Fragen auf ...
Blutiger Islamismus in Deutschland! Bei dem Anschlag auf eine islamkritische Kundgebung kam ein Polizist ums Leben. Der gesamte Vorgang ist gut dokumentiert – und damit auch der Polizeieinsatz.
20 Sekunden Zeit vergingen, bis die Polizei sichtbar reagiert, dann erst betritt sie die Bildfläche. Offenkundig greift sie aus größerer Distanz ins Geschehen ein, schützte die Veranstaltung also nicht direkt. Es wirkt fast so, als würde sie die Veranstaltung eher aus dem Hintergrund beobachten, so wie man es bei einer Kundgebung macht, bei der wenig zu befürchten ist. Hier ging es aber um eine Kundgebung, die ins Feindbild der Islamisten passt.
„Leider war die Polizei dafür nicht gut genug trainiert“
NIUS fragte den israelischen Ex-Soldaten und Reservisten Daniel Adler nach seiner Beurteilung der polizeilichen Reaktion. Er hält die „Positionierung der Polizei“ für „komplett falsch“. Sie „hätte sich rundum um die Versammlung positionieren sollen und das auch mit den Ordnern und der eigentlichen Versammlung absprechen sollen.“ Denn sonst seien die Wege für die Polizei zu lang, was „manchmal tödlich enden kann, wie wir es gesehen haben.“
Weiter sagt er:
„In Israel passiert so etwas leider oft. Dementsprechend ist man da auf jeden Fall geschulter bei sowas. Und da hätten allein die Sicherheitskräfte schon definitiv erkannt, dass die Person sich halt auffällig verhält. Vor allem fällt die Person ins Täterprofil. Langer schwarzer Bart, südländisches Aussehen. Das ist nun einmal so: Bei so einer islamkritischen Veranstaltung vermutet man, dass ein möglicher Aggressor so aussehen könnte.“

Der israelische Ex-Soldat und Reservist Daniel Adler
Der Ex-Soldat kritisiert, dass die Polizei nicht gut genug ausgebildet war: „Das Problem war, dass der erste Polizist, der auf ihn [einen versehentlich angegriffenen Ordner, Anm. d. Red.] draufgesprungen ist, ein paar Sekunden Vorsprung hatte gegenüber den anderen Polizisten. Ein trainiertes Team wäre gleichzeitig reingegangen, hätte ganz genau gewusst, wer wen übernimmt. Leider war die Polizei dafür nicht gut genug trainiert.“
NIUS fragte das Innenministerium und den Mannheimer Bürgermeister Christian Specht (CDU) danach, ob das Sicherheitskonzept für solche Veranstaltungen überarbeitet wird. Bis zum Montagabend erhielt NIUS noch keine Antwort.
„Viel Erfahrung mit islamo-faschistischen Attentätern“
NIUS fragte außerdem Arye Sharuz Shalicar, wie ein traurigerweise geübter Israeli auf solch einen Angriff reagiert hätte und wie dieser Angriff in der Regel in Israel ausgegangen wäre. Er ist Schriftsteller, Podcaster und ehemaliger Sprecher des israelischen Militärs.
Seine Antwort:
„Das kann man nicht verallgemeinernd sagen. Aber in der Regel hat man in Israel sehr viel Erfahrung mit islamo-faschistischen Attentätern. Man weiß, dass sie in der Regel in einer Selbstmordaktion kommen. Das heißt: Entweder man neutralisiert sie so schnell wie möglich oder sie werden einfach weiter Menschen töten.“

Januar 2022: Arye Sharuz Shalicar mit Wirtschaftsminister Robert Habeck in Israel.
NIUS fragte die Polizei Mannheim: Warum standen die Polizisten abseits der Veranstaltung und schützten Sie nicht in unmittelbarer Anwesenheit? Außerdem wollten wir wissen, ob es eine Überarbeitung des Sicherheitskonzepts geben wird, wie oft Mannheimer Polizisten das Schießen üben und ob dabei scharfe Waffen zum Einsatz kommen. Die Antworten stehen noch aus. Wir reichen sie gegebenenfalls nach.
Harte Kritik von Polizeigewerkschaft an der Politik
Von deutscher Seite vernimmt man Kritik vor allem an der Politik. Gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt: „Kein anderes Land lässt es sich bieten, dass man Staatsbedienstete attackieren darf, ohne sein Aufenthaltsrecht zu verlieren. Seit Jahren gefährdet die deutsche Migrationspolitik die innere Sicherheit in Deutschland.“
Auf die Frage, ob das Attentat von Mannheim ein Weckruf sein könnte, antwortete er: „Es gab schon viel zu viele Weckrufe, zu viele Anschläge, ohne dass es zu grundlegenden Änderungen gekommen wäre. Das wird, fürchte ich, nun wieder so sein. Die jetzige Bundesregierung schläft in dieser Hinsicht. Frau Faeser wird sich weiterhin an dem schon von Franz Josef Strauss kritisierten Ritual orientieren: Erst ist da ein Höchstmaß an Empörung und Betroffenheit, dann wird vor Überreaktionen gewarnt und schließlich geht man zur Tagesordnung über.“
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