In Niedersachsen haben sich die Straftaten in Schwimmbädern binnen eines Jahres verdoppelt
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- Steigende Kriminalität in Niedersachsens Schwimmbädern: Von 780 Fällen 2023 auf 1.286 im Jahr 2024 – ein Anstieg um 65 Prozent. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD in Niedersachsen hervor, die NIUS exklusiv vorliegt.
- Nicht-deutsche Tatverdächtige sind überrepräsentiert: Bei Sexualdelikten machten sie 2024 41,67 Prozent aus, darunter vor allem Syrer (13) und Afghanen (7). Auch unter den Gesamtdelikten ist ihr Anteil deutlich höher als der Anteil der Ausländer an Niedersachsens Gesamtbevölkerung (11 bis 13 Prozent).
- Regierung sieht keinen Handlungsbedarf: „Eine auffällige Häufung von Straftaten in Schwimmbädern bzw. Badestellen ist in Niedersachsen grundsätzlich nicht festzustellen.“
Der Vorfall im Lister Bad in Hannover als Auslöser
Am 22. Juni 2025 kam es im hannoverschen Lister Bad zu einem gewalttätigen Übergriff auf einen Rettungsschwimmer, der eine Gesichtsverletzung erlitt und krankgeschrieben wurde. Der AfD-Abgeordnete Stephan Bothe fragte in seiner Kleinen Anfrage nach: „Wie viele Tatverdächtige wurden im Zusammenhang mit den Vorfällen (Bedrohungen und tätlicher Angriff) im Lister Bad am 22. Juni 2025 bislang ermittelt?“
Die Landesregierung antwortete: „Ein Ermittlungsverfahren wird wegen des Verdachts der Beleidigung geführt. Es konnten bislang vier Tatverdächtige identifiziert werden. In einem weiteren Ermittlungsverfahren u. a. wegen des Verdachts der Körperverletzung sind derzeit keine Tatverdächtigen identifiziert.“

Das Lister Bad in Hannover: Ein Vorfall hier war Anlass für die AfD-Anfrage.
Zu den Staatsangehörigkeiten heißt es: „Ein Tatverdächtiger besitzt die afghanische Staatsangehörigkeit. Die übrigen Tatverdächtigen sind deutsche Staatsangehörige, wobei zwei von ihnen noch über eine weitere Staatsangehörigkeit verfügen.“ Der afghanische Tatverdächtige hat eine befristete Aufenthaltserlaubnis seit 2015, mit festgestelltem Abschiebeverbot.
Die Regierung verweigerte Details zu früheren Tatvorwürfen: „Nähere Ausführungen zu den Tatvorwürfen, die einzelnen Personen gemacht werden, können zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen nicht innerhalb einer zur Veröffentlichung bestimmten Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage gemacht werden.“
Explosion der Straftaten: die Zahlen im Detail
Die Gesamtzahl der Straftaten in Schwimmbädern und Badestellen stieg von 780 im Jahr 2023 auf 1.286 im Jahr 2024.
- Tatverdächtige insgesamt: 384 (2023) versus 702 (2024).
- Anteil deutscher Tatverdächtiger: 69,79 Prozent (268) im Jahr 2023, 68,52 Prozent (481) im Jahr 2024; Nicht-deutsche: 30,21 Prozent (116) im Jahr 2023, 31,48 Prozent (221) im Jahr 2024.
- Sexualdelikte: 59 Fälle 2023, 116 Fälle 2024.
- Tatverdächtige: 41 (2023) versus 96 (2024); Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger: 36,59 Prozent (15) im Jahr 2023, 41,67 Prozent (40) im Jahr 2024.
- Gewaltdelikte: 171 Fälle 2023, 376 Fälle 2024.

Auch bei „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Regionale Hotspots: wo die Delikte zunehmen
Die Straftaten verteilen sich ungleich.
- Bei Gewaltdelikten 2024: Region Hannover (64 Fälle), Göttingen (22), Cuxhaven (24), Wolfsburg (20).
- Bei Sexualdelikten 2024: Region Hannover (17), Osnabrück Stadt (9), Cuxhaven (9), Oldenburg Stadt (8), Wolfsburg (8).
Rot-grüne Landesregierung sieht kein Problem
Die Regierung Niedersachsens teilt zum Anstieg in Zusammenhang mit höheren Ausländeranteilen mit: „Die kreisfreien Städte mit höheren Ausländeranteilen weisen nicht gleichermaßen die höchsten Fallzahlen bei den Gewaltdelikten sowie den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in Schwimmbädern und Badestellen in den Jahren 2023 und 2024 auf. Ein Zusammenhang zwischen dem Ausländeranteil und dem Straftatenaufkommen lässt sich in diesem Zusammenhang nicht herleiten.“
Kein Handlungsbedarf? Das ist jedenfalls die Haltung der Regierung.
- Trotz des Anstiegs: „Die Sicherheitslage in städtischen Freibädern ist unauffällig eingestuft. Die Kriminalitätsbelastung liegt auf einem relativ zur Gesamtkriminalität unauffälligen Niveau.“
- Zur Frage, ob Maßnahmen nötig sind: „Grundsätzlich werden kriminalpräventive Maßnahmen von den Polizeibehörden eigenständig geprüft und anlassbezogen umgesetzt.“
- Zur Aktion „Keine Gewalt in Hannovers Bädern“: „Bei der Aktion ‚Keine Gewalt in Hannovers Bädern‘ handelt es sich um eine präventive Maßnahme, welche die Bevölkerung zu mehr Respekt und friedvollem Miteinander im öffentlichen Raum aufrufen soll. Seitens der Landesregierung werden solche kommunalen Präventionsprogramme ausdrücklich begrüßt.“
- Zu Ängsten von Mitarbeitern: „Die PD Hannover sowie ihre nachgeordneten Bereiche bieten regelmäßige Veranstaltungen zum Thema ‚Sicherheit am Arbeitsplatz‘ an. Für Mitarbeitende in Schwimmbädern ist eine entsprechende Veranstaltung nach den niedersächsischen Sommerferien 2025 geplant.“
Die AfD sieht das anders: „Die Sicherheitslage in niedersächsischen Schwimmbädern ist nicht unauffällig, wie die Landesregierung behauptet, sondern weist eine dramatische Entwicklung auf“, teilte der Abgeordnete Stephan Bothe mit. „Gerade in größeren Städten hat sich die Anzahl der Sexualverbrechen in Schwimmbädern verdoppelt. Vor allem Syrer, Afghanen und Iraker sind hier die Tatverdächtigen. Unsere Haltung ist klar: Die Landesregierung hat für Sicherheit zu sorgen. Und das tut sie vor allem durch die Ausweisung krimineller Ausländer“, so Bothe.

Der AfD-Politiker Stephan Bothe zeigt sich über den Anstieg der Fallzahlen alarmiert.
Staatsangehörigkeiten im Überblick: Ausländer sind überrepräsentiert
Unter den Tatverdächtigen dominieren deutsche Staatsangehörige mit 268 Fällen im Jahr 2023 und 481 im Jahr 2024 – bei Sexualdelikten 26 beziehungsweise 56. Doch nicht-deutsche Herkünfte stechen hervor: Syrer machten 2023 15 Tatverdächtige aus, 2024 bereits 43, darunter 3 und 13 bei Sexualdelikten. Afghanen folgen mit 9 (2023) und 21 (2024) Gesamtfällen, davon 4 und 7 Sexualdelikte.

Die häufigsten nicht-deutschen Tatverdächtigen: Syrer und Afghanen an der Spitze.
Die Türkei liegt bei 16 (2023) und 18 (2024), mit 1 und 3 Sexualdelikten; Irak bei 8 und 17, davon 2 und 2; Ukraine bei 8 und 14, davon 1 und 2. Weitere Nationen wie Rumänien (8/12, Sexualdelikte 1/0), Polen (5/10, 0/1), Bulgarien (6/7, 0/1), Italien (2/7, 0/1), Montenegro (2/7, 1/3), Kosovo (3/6, 0/1), Libanon (1/6, 0/0), Litauen (0/5, 0/1) und Serbien (4/6, 0/0) zeigen steigende Zahlen. Iran (1/3, 0/1), Algerien (1/3, 0/0) und Unbekannte (3/4, 0/2) runden das Bild ab.
Die NIUS-Zusammenfassung: Das müssen Sie wissen
- Warum es wichtig ist: Die Zahlen zeigen einen massiven Anstieg der Delikte in einem Alltagsraum wie Schwimmbädern, wo Familien und Jugendliche Sicherheit erwarten. Nicht-deutsche Tatverdächtige sind bei Sexualdelikten mit 41,67 Prozent überrepräsentiert, was Debatten über Integration und Prävention anheizt.
- Was die Regierung sagt: „Aus kriminalpräventiver Sicht aktuell keine dringenden Erfordernisse weitergehender Maßnahmen erkennbar“, heißt es zusammenfassend in der Anfrage. Die Fokussierung liegt auf lokalen Initiativen und bestehenden Polizeiprogrammen, ohne neue landesweite Schritte.
- Was der AfD-Abgeordnete sagt: „Die Sicherheitslage in niedersächsischen Schwimmbädern ist nicht unauffällig, wie die Landesregierung behauptet, sondern weist eine dramatische Entwicklung auf. Gerade in größeren Städten hat sich die Anzahl der Sexualverbrechen in Schwimmbädern verdoppelt. Vor allem Syrer, Afghanen und Iraker sind hier die Tatverdächtigen. Unsere Haltung ist klar: Die Landesregierung hat für Sicherheit zu sorgen. Und das tut sie vor allem durch die Ausweisung krimineller Ausländer.“
- Was als Nächstes kommt: Eine geplante Veranstaltung der Polizei Hannover zu „Sicherheit am Arbeitsplatz“ nach den Sommerferien 2025. Die AfD könnte weitere Anfragen stellen, da Bothe auf frühere Antworten verweist, in denen ähnliche Bedenken abgetan wurden.
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