Öffentlich-rechtliche Beleidigungen: Da läuft etwas gewaltig verkehrt
Ein Beitrag von
Haben Sie nicht auch den Eindruck, dass wir als Zuschauer ganz schön viel aushalten müssen? Ich finde ja, dass uns das Fernsehen inzwischen Dinge zumutet, die unsere Toleranzschwelle weit überschreiten.
Ja, so ein Big-Brother-Container nervt, ist bisweilen aber noch unterhaltsam. Was aber zurzeit aus den öffentlich-rechtlichen Kanälen über uns ausgeschüttet wird, gibt mir zu denken.
Der WDR beschäftigte einst den Reporter Georg Kellermann. Der hatte gemeinsam mit dem großen Claus Kleber und dem fast so berühmten Tom Buhrow Preise für seine Fernseh-Dokumentationen gewonnen. Kellermann hatte sich schon in den 80er-Jahren als Frau gefühlt und trug Damen-Kleidung – traute sich aber nicht, seine Transsexualität öffentlich zu machen: „…in der Familie habe ich nie damit hinterm Berg gehalten (…) Ich hatte Pumps an, bis ich in die Tiefgarage des Studios fuhr. Dann habe ich sie ausgezogen (…) Dann bin ich arbeiten gegangen…“
Im September 2019 dann das Coming Out, seitdem ist Georg als Georgine Kellermann personenstandsrechtlich als Frau registriert.
Diese Georgine Kellermann twitterte kürzlich: „Wir müssen unsere Demokratie auch mit undemokratischen Mitteln gegen ihre Feinde verteidigen. Weil sie es wert ist.“
Da ruft eine Reporterin des öffentlich-rechtlichen WDR dazu auf, in selbstbestimmten Situationen die Demokratie auszusetzen? Der Zweck heiligt die Mittel? Der Tweet wurde schnell gelöscht, weil sie merkte, welch große Bedeutung eine solche Aussage hat. Im Strafgesetzbuch steht auf einen Aufruf zur Gefährdung des demokratischen Rechtsstaats in bestimmten Fällen aus gutem Grund eine Strafe.
Dieselbe Georgine Kellermann hatte in Interviews verlangt, schon 13-Jährigen zu erlauben, sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen zu lassen, wenn sie sich in ihrem Körper nicht wohl fühlen. Kellermann leitet übrigens das WDR-Studio in Essen. Gebührenfinanziert.
Auch dass eine Ikone wie Jan Böhmermann im ZDF seine Zuschauer als „Nazis“ oder „Arschlöcher“ beschimpft, scheint in der Medienwelt niemanden hinter dem Ofen hervorzulocken. In der echten Welt da draußen kostet „Arschloch“ um die 1500 Euro, „Idiot“ um die 1000 und die „Dumme Kuh“ immerhin noch 300 Euro wegen Beleidigung.
Komiker Kurt Krömer, der eigentlich Alexander Bojcan heißt, hatte in deiner Show „Chez Krömer“ im RBB anscheinend jahrelang einen Freifahrtschein für Beleidigungen seiner Gäste. Je härter, je tiefer unter der Gürtellinie, desto besser. Nun, wer´s mag.
Darf es aber sein, dass unsere Sensibilität gegenüber übler Nachrede, Beleidigungen oder gar Demokratiefeindlichkeit abnehmen muss, je etablierter das Organ ist, das uns solche Äußerungen zumutet? Ich finde nicht.
Wie sehr die Unart Raum greift, als öffentlich-rechtlicher Protagonist einen Kampf gegen die Bevölkerung zu führen, lesen Sie hier bei NIUS.
Dieser Text ist ein Auszug aus dem täglichen NIUS-Newsletter von Chefredakteur Jan David Sutthoff (hier anmelden).
Mehr NIUS:
Gutachten von Prüfinstitut Dekra beweist: Windkraftanlagen in Baiereck erzeugen unzulässigen Brummton
London: Britischer Premier Keir Starmer kündigt Rücktritt an
Verpflichtung wahrscheinlich: Bundeswehr schickt 5000 Soldaten an Belarus-Grenze
Ursache unklar: 41-Jährige stirbt auf Hurricane-Festival
Faschismus-Aussage: Daniel Günther fordert Rücktritt von Linken-Chef Pantisano
Schlappe für Dobrindt: Gericht erzwingt Einreise eines zurückgewiesenen Eritreers
Schwere Drohnenangriffe auf Moskau – wichtige Ölraffinerie in Flammen
Krise: Industrie-Beschäftigung fällt auf 10-Jahres-Tief
Mehr NIUS:
Ursache unklar: 41-Jährige stirbt auf Hurricane-Festival
Faschismus-Aussage: Daniel Günther fordert Rücktritt von Linken-Chef Pantisano
Schlappe für Dobrindt: Gericht erzwingt Einreise eines zurückgewiesenen Eritreers
Schwere Drohnenangriffe auf Moskau – wichtige Ölraffinerie in Flammen
Krise: Industrie-Beschäftigung fällt auf 10-Jahres-Tief
Aktuelle Zahlen belegen: Sogar die Polen wandern inzwischen aus Deutschland aus
130-Kilo-Mörder flieht bei Freigang in Peine – LKA fahndet nach 42-Jährigem
Schwere Krise im Automobil-Mittelstand: Jeder zweite Zulieferer streicht Jobs
Jan David Sutthoff
Artikel teilen
Kommentare