Ohne Fleisch? Ohne mich! Neue Studie: Keiner will den Veggie-Day
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Jetzt ist amtlich, was viele schon immer vermutet haben: Die Deutschen lieben ihr Fleisch – und wollen darauf nicht verzichten.
In einer Studie des Leibnitz-Instituts für Wirtschaftsforschung untersuchten die Wissenschaftler, welche Wirkung Kampagnen für klimabewusste Ernährung auf die Verbraucher haben, also Veggie-Day oder „Veganuary“ für alle. Hintergrund: Unternehmen, Aktivisten und Politik setzen auf öffentliche Empfehlungen zu einer stärker pflanzenbasierten Ernährung und weniger Fleischkonsum, berichtet die Welt. Selbst Unternehmen wie Rügenwalder Mühle oder Burger King starten Veggie-Kampagnen, um dem Zeitgeist gerecht zu werden und neue Kunden zu gewinnen.

Für viele Kantinen des Landes gehört der Veggie-Day zur wöchentlichen Routine.
Welche Wirkung haben solche Kampagnen?
Um herauszufinden, welche Wirkung solche Kampagnen haben, erhielten die Probanden nach einer Abfrage ihres Fleischkonsums im Abstand von jeweils zwei Wochen drei „Newsletter zu einer klima- und umweltfreundlichen Ernährung“, die auf vegetarische Mahlzeiten abzielten und die höheren CO2-Emissionen von Fleisch thematisierten. Die Probanden fanden Aussagen wie: „Wussten Sie, dass Sie 20 Portionen Gemüse essen können und dabei weniger CO2-Emissionen verursachen, als wenn Sie eine Portion Rind- oder Lammfleisch essen?“ Oder: „Wussten Sie, dass Sie Ihre ernährungsbedingten CO2-Emissionen bereits um 27 Prozent senken können, wenn Sie beispielsweise Ihren Fleischkonsum halbieren?“
Nach dem dritten Newsletter wurden die Probanden erneut nach ihrem Fleischkonsum gefragt. Dabei stellte sich heraus, dass die Testpersonen – mit einem errechneten Durchschnittsverzehr von 4,3 Kilogramm pro Monat, der etwa dem Bundesdurchschnitt entspricht – ihren Fleischkonsum nicht signifikant geändert hatten. Studienleiter Manuel Frondel zur Welt: „Überraschend war, dass sich nach den Informationsinterventionen noch nicht einmal die Absicht verändert hatte, auf Fleisch zu verzichten. Verhaltensänderungen sind tatsächlich sehr schwierig zu induzieren – vor allem im Bereich Ernährung.“

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Probanden wollen noch mehr Fleisch essen
Die Ernährungsstudie der Techniker Krankenkasse (TK) „Iss was, Deutschland!“ legt noch andere Gründe dafür nahe, dass die Kenntnisse über gesunde Ernährung nicht in die Tat umgesetzt werden. Die Hauptursachen: fehlende Zeit und Ruhe, Durchhaltevermögen sowie die schwierige Vereinbarung von gesunder Ernährung und Beruf. Bestimmte Arten der Gesundheitskommunikation können sogar einen umgekehrten Effekt haben. Wissenschaftlich wird dafür der Begriff „Reaktanz“ gebraucht. Phillipp Sprengholt, Professor für Gesundheitspsychologie an der Uni Bamberg, untersuchte den Einfluss von Aufforderungen zu weniger Fleischkonsum auf das tatsächliche Konsumverhalten. Das verblüffende Ergebnis: Die Fleisch essenden Probanden gaben später an, noch mehr Fleisch essen zu wollen als vorher.
Das war sicher nicht der Sinn der Kampagne für klimabewusstere Ernährung. „Ihr müsst dem Volk aufs Maul schauen“, meinte schon Martin Luther. Übersetzt in die heutige Zeit heißt das: Das Volk mag Fleisch. Weil Fleisch schmeckt.
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