Polizei widerspricht Katrin Göring-Eckardt: „Ich würde sie nicht als Mob bezeichnen“
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Katrin Göring-Eckardt wurde bei einer Wahlkampfveranstaltung von Gegendemonstranten gestört. Die Grünen-Politikerin sprach von einem „Mob“ – wie auch viele Medien. An dieser Darstellung gibt es Zweifel.
NIUS sprach mit der Brandenburger Polizei. Über die Störer sagte sie: „Ich würde sie nicht als Mob bezeichnen“.

Die Bild titelte groß mit einem „Wut-Mob“, der sie angeblich bedrängte.
Am vergangenen Samstag, 27. April, wurde die Grünen-Vorsitzende nach einer Veranstaltung in Brandenburg an der Abfahrt gehindert worden. Zwei Personen sollen sich vor und hinter ihren Wagen gesetzt und sie somit blockiert haben.
Am Donnerstag sagte die Bundestagsvizepräsidentin gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Das kann unser Rechtsstaat nicht hinnehmen. Deshalb muss bei der Polizei jetzt ein anderes Bewusstsein her. Demonstrations- und Meinungsfreiheit sind genauso zu gewährleisten wie die ordnungsgemäße Durchführung politischer Veranstaltungen und der Schutz von politisch Engagierten. Wir können die ländlichen Räume nicht einem Mob überlassen.“ Diese Meldung griff die Tagesschau auf, die wiederum von Nancy Faeser auf X zitiert wurde.

Auch die Berliner Morgenpost sprach von einem „Mob“
Problematisch ist, dass diverse Medien die Wortwahl von Katrin Göring-Eckart einfach übernommen haben! Sie haben sich die Darstellung der Politik zu eigen gemacht, anstatt selbst zu recherchieren.
Göring-Eckardt beschrieb die konkrete Situation so: „Alkoholisierte Pöbler standen vor unserem Fahrzeug, in dem ich saß, hielten uns auf, fuchtelten mit Bierflaschen herum. Ich bin ein unerschrockener Mensch, aber ich hatte Sorge um die anderen um mich herum.“
Darstellung von Politikerin wurde Nachrichtenlage
Dieselbe Situation beschreibt die Polizei in der vollständig zitierten Pressemitteilung folgendermaßen:
„Die Polizei beschäftigt sich seit dem 27.04.2024 mit einem Sachverhalt, der sich nach einer Veranstaltung, an der eine Bundestagsabgeordnete der Partei Bündnis 90/Die Grünen teilnahm, ereignete. Als sie den Veranstaltungsort verlassen wollte, sollen sich zwei Männer vor bzw. hinter den abfahrbereiten Dienstwagen gesetzt und auf diese Weise die Abfahrt der Politikerin und ihres Kraftfahrers verhindert haben. Alarmierte Polizisten nahmen gegen die 19 und 26 Jahre alten Männer eine Anzeige wegen Nötigung auf. Der Ältere von ihnen gab an, von dem Fahrzeug touchiert worden zu sein. Verletzungen seien nicht ersichtlich gewesen und eine Behandlung durch Rettungskräfte von ihm abgelehnt worden. Die Ermittlungen zur Anzeige und Gegenanzeige dauern an.“
Es gab zwei alkoholisierte Pöbler, von einem „Mob“ zu sprechen scheint jedoch übertrieben. Dennoch wurde die Darstellung von Katrin Göring-Eckart allgemeine Nachrichtenlage, wie weitere Beispiele zeigen.
RTL

Bei RTL ist sogar von einem Wut-Mob die Rede
Focus Online

Bei Focus Online heißt es, dass Göring-Eckardt von einem „Mob“ blockiert wurde.
Kronen Zeitung (Österreich)

Selbst die österreichische Krone übernahm die Mob-Darstellung der anderen Medien.
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