Polizist ermordet: Bundesanwaltschaft ermittelt zu Mannheimer Messer-Terror
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Nach dem tödlichen Messer-Terror von Mannheim geht die Bundesanwaltschaft von einer islamistischen Motivation des Täters aus. Die oberste deutsche Anklagebehörde übernahm die Ermittlungen, wie eine Sprecherin am Montag in Karlsruhe mitteilte. Sie begründete dies mit der besonderen Bedeutung des Falls.
Man gehe davon aus, dass der Mann islamkritischen Menschen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung absprechen wollte, sagte die Sprecherin.
Bundesjustizminister Marco Buschmann schrieb auf der Plattform X, mittlerweile lägen klare Hinweise für ein islamistisches Motiv vor. Die schreckliche Gewalttat sei erschütternd, sagte der FDP-Politiker. „Zugleich mahnt sie uns: Die Gefahr, die vom religiösen Fanatismus und radikalen Islamismus ausgeht, ist ungebrochen groß.“ Solche Taten zu verhindern und zu verfolgen müsse für die deutschen Sicherheitsbehörden und die Justiz weiterhin höchste Priorität haben. Daher sei es gut, dass der Generalbundesanwalt nun die Ermittlungen übernommen habe, um die genauen Hintergründe aufzuklären.
Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach am Dienstag auf X im Zusammenhang mit der Tat von islamistischem Terror (siehe unten).
Polizist mit brachialer Messer-Gewalt getötet
Am Freitag hatte der 25-Jährige afghanische Staatsbürger Sulaiman A. auf dem Mannheimer Marktplatz bei einer Veranstaltung der islamkritischen Bewegung Pax Europa (BPE) ein Messer gezückt. Er verletzte sechs Männer, darunter den bekannten Islamkritiker Michael Stürzenberger und den Polizisten Rouven L. (29). Dieser erlag am Sonntagnachmittag seinen Verletzungen. Durch den Schuss eines weiteren Polizisten wurde der Angreifer gestoppt. Unter den Verletzten waren laut Polizei ein Iraker und ein deutsch-kasachischer Doppelstaatler.
Bisher sei der Täter aus gesundheitlichen Gründen nicht vernehmungsfähig gewesen, hieß es von der Staatsanwaltschaft am Montag. Neben Aussagen zum Tatmotiv vom Täter selbst erhoffen sich die Ermittler weitere Erkenntnisse durch die Auswertung der bei der Durchsuchung seiner Wohnung im hessischen Heppenheim gefundenen Datenträger.
Vereint in tiefer Trauer um einen Polizeibeamten, der durch fanatische Gewalt aus unserer Mitte gerissen wurde. In Mannheim stehen tausende Menschen und Vertreter aller Religionen zusammen - gegen islamistischen Terror und für unsere freiheitliche Gesellschaft.#einervonuns https://t.co/0Bn9WqTrHg
— Nancy Faeser (@NancyFaeser) June 3, 2024
Täter seit Jahren als abgelehnter Asyl-Bewerber im Land
Nach Angaben aus Sicherheitskreisen war Sulaiman A. vor der Tat weder als Straftäter noch als Extremist aufgefallen. Er kam nach Informationen der Welt 2013 als Teenager nach Deutschland und stellte einen Asylantrag. Dieser wurde 2014 abgelehnt. Es wurde allerdings ein Abschiebeverbot verhängt, vermutlich wegen des jugendlichen Alters. In Heppenheim wohnte der Täter zuletzt mit seiner Ehefrau und zwei Kleinkindern. Wo die Frau ist und ob sie schon vernommen wurde, ist nicht bekannt.
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