Riskantes Manöver: Brennender Auto-Frachter wird jetzt doch abgeschleppt
- Brennender Auto-Frachter wird jetzt doch abgeschleppt.
- Südwest-Wind macht Bergung anfangs zu unsicher.
- Untergang des Schiffs hätte eine Ölpest im Wattenmeer ausgelöst.
Der seit Tagen brennende Auto-Frachter „Fremantle Highway“ wird jetzt doch an die niederländische Küste abgeschleppt – das war der Plan der niederländischen Behörden, nachdem der Brand auf dem Schiff kleiner geworden war. Das Abschlepp-Manöver musste anfangs verschoben werden.
Der Frachter der seit vier Tagen in Flammen steht, wird zu einem vorübergehenden Ankerplatz an der Insel Schiermonnikoog gebracht.
Starker Südwestwind machte es anfangs unmöglich, den Frachter sicher abzuschleppen, teilte die für die Wasserwege zuständige niederländische Behörde Rijkswaterstaat mit. Der Wind hätte „während des gesamten Schleppvorgangs“ Rauch über die Schleppschiffe gezogen und das hätte die Besatzungen gefährdet.

Ein Schiff der niederländischen Seenotrettung rückt vom Hafen Schiermonnikoog aus – hierher soll der brennende Frachter abgeschleppt werden.
Zuvor schätzte man das Abschlepp-Manöver des 18.500 Tonnen schweren Schiffesauf auf 12 bis 14 Stunden: Ineke van Gent, Bürgermeisterin der Insel Schiermonnikoog – dort soll die „Fremantle Highway“ hinverfrachtet werden – zeigte sich vor dem Abschleppmanöver entspannt:
„Das Schleppen des Schiffes hat noch nicht begonnen. Wann dies der Fall sein soll, darüber bin ich noch nicht informiert. Die Menschen hier auf der Insel lassen sich nicht einfach stressen. Wir sind natürlich besorgt und vielleicht ist es gefährlich. Aber wir hoffen, dass das Schiff bald gelöscht ist und in einen Hafen kommt“, sagte die Bürgermeisterin zu Bild.

Auf der „Fremantle Highway“ brach in der Nacht zum Mittwoch ein Feuer aus.
Brandursache? Weiterhin unklar
Das Frachtschiff war mit 3783 Autos an Bord – darunter etwa 500 E-Autos – auf dem Weg von Bremerhaven nach Singapur, als in der Nacht zum Mittwoch vor der niederländischen Insel Ameland ein Feuer ausbrach. Ein Besatzungsmitglied starb, 22 weitere wurden gerettet. Die Brandursache ist weiter unklar, jedoch wird ein Brand eines Elektro-Autos vermutet.
An Bord der „Fremantle Highway“ befinden sich neben den knapp 3800 Fahrzeugen auch 1600 Tonnen Schweröl und 200 Tonnen Schiffsdeisel – ein Untergang könnte eine Ölpest mit verheerenden Folgen für den Naturparl Wattenmeer in der Nordsee, der zum Unesco-Welterbe erklärt wurde. Der schwächer werdende Brand sorgt nun aber sogar bei dem Umwelt-Aktivisten von Greenpeace für vorsichtigen Optimismus.
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