27-jähriger Marokkaner ohne Führerschein rast mit Auto in Schnellimbiss: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags in drei Fällen
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- Ein 27-jähriger Marokkaner fuhr am Sonntagabend in Schwandorf mit einem Auto in den Freisitz eines Döner-Imbisses und verletzte drei junge Männer.
- Der Fahrer, der ohne gültigen Führerschein unterwegs war, flüchtete zunächst, stellte sich aber der Polizei und sitzt nun in Untersuchungshaft.
- Die Ermittler schließen eine politisch motivierte Tat zwar aus, das Motiv bleibt jedoch unklar; Zeugenhinweise werden erbeten.
In der bayerischen Kleinstadt Schwandorf hat sich am Sonntagabend ein dramatischer Vorfall ereignet, der die Behörden vor Rätsel stellt. Gegen 19:20 Uhr lenkte ein 27-jähriger Mann marokkanischer Herkunft einen schwarzen VW Golf in den Außenbereich des Antalya Dönerhauses an der Friedrich-Ebert-Straße. Dabei erfasste er drei Männer im Alter von 22 bis 24 Jahren, die an einem Tisch saßen und aßen. Die Verletzten, darunter ein 22-jähriger Marokkaner, erlitten Blessuren und wurden vor Ort vom Rettungsdienst versorgt. Nach Informationen von NIUS musste aber mindestens eine Person im Krankenhaus behandelt werden. Über den Vorfall hatte der Münchner Merkur und Wochenblatt.de zuerst berichtet.
Zeugen berichteten dabei von chaotischen Szenen: Umgestoßene Getränkedosen, verstreute Speisen und Servietten markierten den Tatort. Viele Menschen in der Nähe suchten Schutz in einer angrenzenden Eisdiele. Die Polizei sperrte das Gebiet weiträumig ab und sicherte bis in die Nacht hinein Spuren. Der Fahrer, der seit vielen Jahren in Schwandorf lebt und laut Wochenblatt.de bereits polizeibekannt ist, setzte nach dem ersten Aufprall zurück und fuhr offenbar gezielt erneut auf eines der Opfer zu, bevor er in Richtung Marktplatz flüchtete.
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„Im Rahmen der Tatortbereichsfahndung stellte sich der Tatverdächtige den Einsatzkräften“, erklärte Dr. Tobias Mattes, Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Amberg. Der Mann wurde auf die Polizeidienststelle in Schwandorf gebracht und am Montag einem Haftrichter vorgeführt. „Gegen den Beschuldigten erging Haftbefehl wegen versuchten Totschlags in drei Fällen, gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr zur Herbeiführung eines Unglücksfalls und vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis“, teilte die Polizei in einer Pressemitteilung mit. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt überstellt.
Fahrer mietete am selben Tag ein Auto an
Das Auto, ein Mietwagen, den der Beschuldigte Tage zuvor legal von einer lokalen Vermietung ausgeliehen hatte, wurde ihm noch gegen Vorlage eines gültigen Führerscheins überlassen. Warum er am Sonntag ohne Fahrerlaubnis fuhr, klären die Ermittler derzeit. Auch ob und warum der Fahrer womöglich gleich zweimal in die Personengruppe fuhr, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Die Gemeinde Schwandorf in Bayern zählt gerade einmal 30.000 Einwohner.
Ein politisches Motiv schließen die Behörden aktuell aus: Zwar ging die Polizei anfangs von einem Anschlag aus, doch teilte dann mit: „Nach dem jetzigen Ermittlungsstand kann eine politisch motivierte Tat ausgeschlossen werden.“ Stattdessen ermitteln sie intensiv zu den Hintergründen, befragen weitere Zeugen und suchen nach einem Tatmotiv.
Der Vorfall ereignete sich an einem multikulturellen Treffpunkt der Stadt: Das Dönerhaus mit seinem Freisitz und der benachbarte irakische Friseur ziehen bei gutem Wetter zahlreiche Besucher an, die hier essen, plaudern und entspannen. Am Sonntag brach die Idylle abrupt zusammen.
Die Polizei appelliert nun an die Öffentlichkeit: Zeugen sollen sich unter der Telefonnummer (09621) 8900 bei der Kriminalpolizeiinspektion Amberg melden. Zudem steht ein Upload-Portal für Foto- und Videomaterial bereit, um die Untersuchung zu unterstützen.
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