Sex bis zum Umfallen: Das Paarungsverhalten der Beutelmaus
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Die männliche Breitfuß-Beutelmaus aus Australien verzichtet auf Schlaf, um sich möglichst häufig zu paaren. Manchmal bis zum Tod. Das hat einen besonderen Grund.
Die Breitfuß-Beutelmaus ist ein niedliches Tierchen. Sie ähnelt einer Spitzmaus, ist aber ein Beuteltier wie ein Känguru. Sie ist um die zehn Zentimeter lang und wiegt durchschnittlich 50 Gramm. Ihr Fell ist kurz und grau – wie bei Mäusen eben. Sie lebt in Ost- und Südaustralien. Man könnte sie als „graue Maus“ abtun, wenn da nicht etwas Einzigartiges wäre – wahrscheinlich in der gesamten Tierwelt: Die männliche Breitfuß-Beutelmaus hat eine Art Paarungszwang.
Fortpflanzung bis zum Organversagen
Die Forscherin Erika Zaid von der La Trobe University in Melbourne berichtet von ihren Untersuchungen im Tagesspiegel. Sie sagt: „Schlaf ist den meisten Lebewesen ein fundamentales Bedürfnis. Wir Menschen und die meisten Tiere brauchen Schlaf, um zu regenerieren. Ohne Schlaf können Lebewesen auf Dauer nicht leben. Bei Menschen und anderen Tieren führt eine Einschränkung der normalen Schlafmenge zu schlechteren Leistungen im Wachzustand – ein Effekt, der sich Nacht für Nacht verstärkt“, erklärt die Forscherin.

Die männliche Breitfuß-Beutelmaus lebt im Durchschnitt nur ein Jahr.
Es gibt aber Ausnahmen. Eine Studie in der Fachzeitschrift Current Biology zeigt, wie stark der evolutionäre Drang nach Fortpflanzung bei männlichen Breitfuß-Beutelmäusen ist. In der Paarungszeit opfern die untersuchten Arten Antechinus swainsonii und A. agilis gleich mehrere Stunden Schlaf pro Nacht, um sich zu paaren. Die Kopulationen dauern bis zu 14 Stunden. Das hält kein Mäuseherz aus. Viele männliche Tiere sterben am Zusammenbruch des Immunsystems, das zu Organversagen führt.
Das höchste Ziel: gesunde Nachkommen
Forscher glauben, dass die Fortpflanzung dieser Gattung auf starke sexuelle Selektion zurückzuführen ist. Die männliche Breitfuß-Beutelmaus hat nur ein kurzes Zeitfenster, um sich zu paaren. Dabei muss sie viele Konkurrenten übertreffen. Die Paarungszeit dauert drei Wochen. In dieser Periode konkurrieren die Männchen, um den Kontakt zu so vielen Weibchen wie möglich, um ihre Chancen auf erfolgreiche Fortpflanzung zu erhöhen. „Es ist übrigens ein wenig überraschend, dass die Tiere während der Paarungszeit nicht noch mehr Schlaf opfern, da sie ohnehin bald sterben werden“, sagt Forscherin Zaid. Aber: „Die eigenen Gene an möglichst viele gesunde Nachkommen weiterzugeben, ist das höchste Ziel in der Tierwelt“, sagt Hanja Brandl vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie. „Daher macht es auch Sinn, dafür teils große Opfer zu erbringen.“
Die männliche Breitfuß-Beutelmaus lebt im Durchschnitt nur ein Jahr. Die Weibchen sind aber doppelt so lange auf der Welt: zwei Jahre. Sie gebären einmal im Leben. Ein Wurf hat 3 bis 12 Jungtiere. Wenn die Jungen zur Welt kommen, ist der Vater meist längst schon tot – er hat sich buchstäblich zu Tode kopuliert.
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