Sicherheitskabinett von Israel tagt: Bodenoffensive im Gazastreifen steht unmittelbar bevor
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Israels Premierminister Benjamin Netanyahu tagt derzeit zusammen mit seinem Sicherheitskabinett. Anwesend in Tel Aviv sind unter anderem Verteidigungsminister Yoav Gallant, der Chef des Generalstabs der Israelischen Verteidigungsstreitsträfte IDF, Herzi HaLewi, und der Direktor des Mossad, David Barnea. Es wird damit gerechnet, dass Netanyaju in den nächsten Stunden die Bodenoffensive in den Gazastreifen verkündet.
Auf X hieß es, der Premierminister habe mit Bundeskanzler Scholz, dem französischen Präsidenten Macron und dem griechischen Premierminister Mitsotakis gesprochen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs hätten ihre uneingeschränkte Unterstützung für Israel zum Ausdruck gebracht. Premierminister Netanyahu habe ihnen für ihren Standpunkt gedankt. Es sei vereinbart worden, in regelmäßigem Kontakt zu bleiben.
Zuvor hatte Benjamin Netanjahu Truppenteile der Armee im Kibbutz Be'eri und im Kibbutz Kfar Aza besucht.
Bundeswehr schickt Flugzeuge
Zuvor war bekannt geworden, dass die Bundeswehr zwei Militär-Flugzeuge des Typs „A400M“ nach Israel geschickt hat, um deutsche Staatsbürger auszufliegen. Das berichtete die Bild-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise.
Die Maschinen der Luftwaffe sollen noch am Samstag abend in Tel Aviv landen. Am Sonntag soll ein weiterer Flug aus Israel nach Deutschland stattfinden. Zuvor war das Auswärtige Amt scharft kritisiert worden, den in Israel festsitzenden deutschen Staatsbürgern nicht genügend geholfen und ausgeflogen zu haben. Andere Länder reagierten deutlich früher.
Auf der Liste des Auswärten Amts sollen sich insgesamt 5.500 deutsche Staatsbürger eingetragen haben, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs der Terrororganisation Hamas in Israel befanden. Nach Angaben der Behörde von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) konnten 2.800 deutsche Staatsangehörige und ihre Angehörigen bei der Ausreise zu Land, Luft und See unterstützt werden. Lediglich rund 100 Deutschen nutzten ein Angebot der Deutschen Botschaft, mit einem Bus nach Amman in Jordanien zu fahren, um von dort in die Heimat zu fliegen.

Im Gazastreifen herrscht derzeit Panik. Viele Menschen fliehen in den Süden des Küstenabschnitts.
Kommt es in der Nacht zum Sonntag zur Bodenoffensive?
Unterdessen sind laut Spiegel-Informationen bereits am Freitag die Luftlandebrigade 26, robuste Fallschirmjägereinheiten aus Seedorf, das Kampfhubschrauberregiment 36 sowie die Luftwaffe in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Sie stehen für eine militärische Evakuierung weiterer Bürger bereit. In Sicherheitskreisen gehe man davon aus, dass Israel in der Nacht zum Sonntag mit der Bodenoffensive im Gazastreifen beginnen wird.
Angesichts der drohenden Offensive in den dicht besiedelten Küstenstreifen am Mittelmeer teilte das israelische Militär mit, für die Einwohner des nördlichen Gazastreifens gebe es am Samstag bis zum Nachmittag einen sicheren Korridor für die Flucht in den Süden des abgeriegelten Gebiets. Die Vereinten Nationen kritisierten, der Evakuierungsbefehl, der den Palästinensern ursprünglich nur 24 Stunden Zeit zum Verlassen gab, sei unmöglich zu erfüllen. Derzeit fliehen zahlreiche Palästinenser nach israelischen Luftangriffen in sicherere Gebiete.
Auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen verurteilte die israelische 24-Stunden-Aufforderung und erklärte, dass die Anordnung, „fast 1,1 Millionen Menschen innerhalb weniger Stunden in ein bereits überbevölkertes Gebiet mit unsicherem Zugang zu Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung zu bringen, ebenso absurd wie unerträglich ist“.
Humanitäre Katastrophe bahnt sich an
Die Grenze zu Ägypten ist aber de facto dicht. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte am Donnerstag in einer Rede erklärt, dass Ägypten humanitäre Hilfe für den Gazastreifen bereitstellen werde, die Palästinenser jedoch „in ihrem Land“ bleiben müssten, da ihre Entfernung aus dem Gazastreifen „die Beseitigung der [palästinensischen] Sache“ bedeuten würde.

Palästinenser warten an der Grenze zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten.
Die Regierung von US-Präsident Joe Biden bemüht sich um die Einrichtung eines „humanitären Korridors“ für die palästinensische Zivilbevölkerung im Gazastreifen, damit diese nach Ägypten fliehen kann, aber Kairo signalisiert, dass es eine solche Lösung will, weil damit klar sei, dass die Palästinenser nie wieder in den Gazastreifen zurückkehren würden.
Die israelischen Verteidigungskräfte veröffentlichten eine Erklärung, laut der sich ihre Streitkräfte auf eine Ausweitung ihrer Operationen am Boden vorbereiten. „Die IDF rüstet sich für eine umfassende Offensive“ mit Hilfe von Hunderttausenden von Reservekräften, heißt es darin. Demnach sollen an der Offensive Luft-, See- und Landstreitkräfte beteiligt sein. „Wesentliche Kampfausrüstung wurde bereits an die betreffenden Orte entsandt.“
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