Tödlicher Messerangriff in London: „Ich bin 15, lass mich nicht sterben“
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Es gibt Verbrechen, die in eine Statistik eingehen und schnell vergessen sind. Und es gibt Verbrechen, über die man fast nichts weiß, die einen doch nicht loslassen. Diese Geschichte eines englischen Schülers ist so eine. Wir kennen bisher noch nicht einmal seinen Namen. Aber wir kennen sein Ende. Und das ist furchtbar.
Am Sonntag, gegen 6:30 Uhr, geschah es. Eine Frau im Südwesten Londons hörte ungewöhnliche Geräusche vor ihrer Wohnung. Sie schaute aus dem Fenster, sah eine Person auf der Straße liegen, überall Blut. Ein Unbekannter auf der Straße schrie: „Jemand ist erstochen worden.“

Absperrband am Haus in der Eglinton Road.
Die Frau rannte barfuß aus ihrem Haus und sah den Jungen. Er lag in seinem Blut. Sie versuchte, die Blutung mit ihrem Bademantel zu stoppen. Als sie den Jungen berührte, sagte er zu ihr: „Ich bin 15. Lasst mich nicht sterben.“ Die Frau antwortete: „You won’t die, mate“ („Du wirst nicht sterben, Kumpel“). Sie kannte ihn vom Sehen, er war aus der Nachbarschaft. Der englischen Zeitung Guardian sagte sie: „Er war der höflichste Junge, den ich kannte. Er grüßte immer freundlich, obwohl er meinen Namen nicht wusste und ich nicht den seinen. Einmal tanzte er mit Freunden auf der Straße und lachte. Er hatte doch ein ganzes Leben vor sich.“
Bevor der Rettungswagen am Tatort eintraf, war der 15-Jährige in den Armen seiner Nachbarin verstorben. Seither steht der Stadtteil Woolwich unter Schock. Die Polizei weiß bisher nur, dass der Schüler erstochen wurde. Noch keine Spur des Täters oder der Täter.
Aber die Nachbarin kennt seinen letzten Satz, und sie wird ihn nie vergessen: „Ich bin 15. Lasst mich nicht sterben.“
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