Tumulte beim Lina E.-Prozess: Polizei-Kommando stürmt Gerichtssaal
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- Im Gerichtsprozess gegen die verurteilte Linksextremistin Lina E. und ihre Mittäter kam es zu erheblichen Störungen, die den Einsatz eines Polizei-Kommandos erforderlich machten.
- Lina E. erhielt eine Haftstrafe von 5 Jahren und 3 Monaten.
- Unruhen und Zwischenrufe aus dem Publikum führten zur Unterbrechung des Prozesses.
Während des Gerichtsprozesses gegen Lina E., und ihre Mitstreiter musste eine Beweissicherungsfestnahme-Einheit (BFE) der sächsischen Polizei den Zuschauerraum des Hochsicherheitsgerichtssaals im Dresdner Oberlandesgericht stürmen. Das unerwartete Eingreifen der Beamten war eine Reaktion auf massive Störungen aus dem Publikum.
Der Prozess
Lina E., die Hauptangeklagte im Verfahren, wurde unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu einer Gefängnisstrafe von 5 Jahren und 3 Monaten verurteilt. Ihre Mitangeklagten - Lennard A., Jannis R. und Jonathan M. - erhielten geringere Haftstrafen. Sie wurden beschuldigt, zwischen 2018 und 2020 mehrere Angriffe auf Anhänger der rechten Szene in Wurzen, Leipzig und Eisenach durchgeführt zu haben, bei denen mehrere Menschen verletzt wurden.
Buhrufe nach dem Urteil: Nach der Urteilsverkündung hallten laute Buhrufe durch den Saal, eine deutliche Abkehr von dem zuvor gezeigten Applaus der Linken Szene für die Angeklagten.
Trotz der wiederholten Aufforderungen des Vorsitzenden Richters Hans Schlüter-Staats (61), das Stören zu unterlassen, musste schließlich ein Störer den Saal verlassen. Eine weitere Person ließ sich während ihrer Entfernung durch Justizbeamte fallen, was weitere Unmutsbekundungen auslöste. Diese turbulente Szene führte zu Protesten der Verteidigung und einer vorläufigen Unterbrechung des Verfahrens.
Vater störte die Urteilsbegründung
Als der Vater von Lennard A. die Urteilsbegründung störte, wurde die Polizei zur Unterstützung der Justizbeamten in den Saal gerufen, erklärte ein Gerichtssprecher. Er und drei weitere Personen, die sich mit ihm solidarisiert hatten, erhielten ein Hausverbot.
Zukunft der Verurteilten: Lina E., seit November 2020 in Untersuchungshaft, könnte nach den abschließenden Worten des Richters auf eine Haftverschonung mit Meldeauflagen hoffen. Im Falle einer positiven Entscheidung könnte sie das Gericht als freie Person verlassen und ihre Strafe zu einem späteren Zeitpunkt antreten. Die Bundesanwaltschaft sprach sich jedoch gegen eine Haftverschonung aus, aus Sorge vor Fluchtgefahr.
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