Und dann sagt Jauch zu der jungen Frau im Publikum: „Ich hatte Angst, als ich ihr Kopftuch gesehen habe“
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Brisante Szene bei „Wer wird Millionär?“ am Donnerstagabend.
Bei der 50.000-Euro-Frage ging es um Artikel 4, Absatz 3 des Grundgesetzes – und darum, was jemand, der sich auf diesen beruft, erreichen möchte. Der Kandidat war sich nicht sicher, nutzte zuerst den Telefonjoker, wollte dann aber einen Hinweis aus dem Publikum. Die Dame, die am schnellsten aufgesprungen war, sollte es sein: eine junge Frau mit Kopftuch, die sich als Volljuristin vorstellte und den Hinweis auf die richtige Antwort A gab – Artikel 4, Absatz 3 beschreibt die Gewissensfreiheit, mit der man den Kriegsdienst verweigern kann.
Und dann dreht sich Jauch zu der Muslima und sagt: „Wissen Sie, wofür ich mich jetzt ein wenig schäme? Ich hatte Angst, als ich Ihr Kopftuch gesehen habe, dass Sie womöglich irgendwie doch sagen, das könnte womöglich damit zusammenhängen, dass es grundgesetzlich garantiert ist, dass oder wie man deutscher Staatsbürger werden kann.“
Heißt: Günther Jauch hat beim Anblick einer jungen Frau mit Kopftuch und einer Grundgesetz-Frage das Thema Einbürgerung im Kopf. Und das, obwohl sich die junge Frau mit leichtem rheinischen Akzent als gebürtige Münsteranerin vorgestellt hat, die in Düsseldorf wohnt. Antwort D war „Deutscher werden“.
Die junge Muslima reagierte höflich und sagte: „Das sind die leider bestehenden Vorurteile, mit denen wir leben müssen.“
Jauch antwortete und bestätigte den Vorurteils-Vorwurf: „Da bekenne ich mich dazu. Da schäme ich mich auch.“
RTL hat die Szene auch in den sozialen Medien mit dem Titel „Volljuristin rettet ihn!“ veröffentlicht – die Jauch’sche Vorurteilsszene jedoch herausgeschnitten. In der ganzen Sendung, die online abrufbar ist, ist die Szene noch enthalten.
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