Vater von Brokstedt konfrontiert Scholz im TV: „Herr Bundeskanzler, es geht hier nicht um ‚Leute‘, diese Menschen hießen Ann-Marie und Danny“
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Das war der mutigste Fernsehauftritt des Jahres! Der Vater von Ann-Marie, der jungen Frau, die im vergangenen Jahr von einem Migranten in einem Regionalzug ermordet wurde, konfrontiert Bundeskanzler Olaf Scholz knallhart mit der Gewalt-Realität durch unkontrollierte Migration.
Bei der RTL-Sendung „Am Tisch mit Olaf Scholz“ konnten am Dienstag mehrere Bürger ihr Anliegen an den Bundeskanzler loswerden. Einer der Bürger war Michael Kyrath (49), der Vater von Ann-Marie (17), die von einem Islamisten im Regionalzug 2023 bei Brokstedt ermordet wurde. Auch ihr Freund Danny, ebenfalls noch Teenager, kam bei dem Angriff ums Leben.
Der Palästinenser Ibrahim A. hatte Ann-Marie und Danny (19) brutal mit einem Messer niedergestochen. Beide waren frisch verliebt, hatten ihr ganzes Leben noch vor sich. Der Attentäter Ibrahim A. hätte gar nicht mehr in Deutschland sowie auf freiem Fuß sein dürfen – doch die Behörden versagten.
Vater Michael Kyrath konnte nun zum ersten Mal Kanzler Scholz mit seinen Gedanken und Gefühlen zur schrecklichen Tat konfrontieren. Olaf Scholz wirft er vor, nicht genug zum Schutz vor Angriffen wie diesem zu tun. „Welche Maßnahmen kann man ergreifen, damit es sicherer wird?“, fragte die Moderatorin.

Kanzler Olaf Scholz (SPD) kommt beim RTL-Studio an, um sich den Fragen von Bürgern zu stellen.
Olaf Scholz: „Kann man kaum fassen, was junge Leute erfahren haben“
Der Kanzler Scholz gab darauf eine lange Antwort, sagte zunächst: „Ich will ihnen gerne sagen, dass ich jedes Mal, wenn ich daran denke oder darüber rede, dass es auch in mir hochkommt. Das ist etwas, wo man kaum fassen kann, was die jungen Leute erfahren haben, indem sie praktisch in ihrer jungen Liebe getötet worden sind. Dafür kann man keine Verzeihung aussprechen.“
Scholz versuchte mitfühlend zu klingen, aber es seine Worte wirkten kühl, distanziert. So sagte er: „Deshalb will ich Ihnen unbedingt sagen, dass ich, aber auch viele andere, sehr mit Ihnen fühlen und das auch weiter tun werden.“
Unbedachte Worte, alles andere als einfühlsam. Plump, ungeschickt. Wie so oft, wenn im Kanzler-Leben mehr als Phrasen angebracht wären.

Redete viele, doch sagte wenig: Olaf Scholz (SPD)
Es habe viele Informationsdefizite gegeben, gestand Scholz ein. „Wir müssen mutiger sein bei der Rechtssprechung, auf bestimmte Straftaten härter zu reagieren.“ „Wenn jemand immer wieder Straftaten begeht, müssen wir die Öffentlichkeit beschützen. Straftäter, die keine deutsche Staatsangehörigkeit haben, müssen wir zurückführen“, meint Scholz.
Brokstedt-Papa: „Es geht hier nicht um ‚Leute‘!“
Vater Michael Kyrath ließ die plumpe Wortwahl von Scholz zum Mord an seiner Tochter und deren Freund nicht gelten. Er sagte dem Kanzler ins Gesicht: „Ein Punkt, der mich wirklich ärgert, Herr Bundeskanzler ist, es geht hier nicht um ‚Leute‘! Diese Menschen hießen Ann-Marie und Danny.“
Der Papa von Ann-Marie betonte, dass man endlich handeln müsse, statt zu reden. „Wir diskutieren seit Jahren! Seit Jahren höre ich: ‚Wir müssen drüber sprechen, wir müssen diskutieren, wir planen, wir versuchen in die Wege zu leiten.‘ Mit reden kommen wir nicht mehr weiter. Es wird Zeit, dass wir handeln.“

Vater Michael Kyrath (2.v.r.) konfrontiert Kanzler Scholz schonungslos.
Mutig und klar konfrontiert Kyrath den Bundeskanzler damit, wie dramatisch die Gewalt-Lage in Deutschland wirklich ist: „Herr Scholz, wir haben jeden Tag zwischen 24 und 32 Messerattentate in Deutschland. Viele davon enden tödlich. Jeden Tag, wo wir weiter diskutieren, sterben Menschen. Es sterben Kinder. Es sind Eltern, die am Sarg ihrer Kinder stehen. Sie haben keine Kinder, Sie können sich das nicht vorstellen. Ich kann Ihnen erzählen, dass ich nach 20 Monaten dieses Gefühl in den Fingern immer noch habe – es ist das Schlimmste, was sie jemanden antun können.“
Scholz antwortet langatmig – und hat kaum etwas zu sagen
Wenn man sich die Mühe machen würde, Lösungen zu finden, wäre man schon einen Schritt weiter, so Kyrath. Es fange schon bei der Frage an, welche Migranten überhaupt in unser Land kommen dürfen. Kyrath habe zu Hunderten betroffener Eltern Kontakt: „Es eint uns alle nahezu: Es ist immer dasselbe Täterprofil, es ist fast immer dieselbe Tatwaffe, es ist fast immer nahezu derselbe Tathergang“, so der Familienvater, der seine Tochter verloren hat.
Händeringend versucht Olaf Scholz daraufhin zu erklären, was er schon alles umgesetzt habe, um illegale Migration zu unterbinden – doch darunter ist nichts, was solche schrecklichen Taten konsequent verhindert …
Er habe „sehr viele Dinge veranlasst“. Konkret: „Ich hab’ entschieden, dass wir Grenzkontrollen durchführen.“ Und weiter, in typischer und hier vollkommen unpassender Scholz-Schmunzel-Manier, die den Kanzler offenbar besonders nahbar wirken lassen soll: „Das macht gerade viel Ärger, ich hab alle Nachbarregierungschefs und noch ein paar drumrum angerufen und gesagt: ‚Machen wir jetzt, müsst ihr verstehen, die Zahlen sind zu hoch.` Ann-Maries Vater bewahrt Haltung, während der Kanzler mit ihm spricht, wie mit einem Kind.

Versucht händeringend seine Migrations-Politik zu erklären: Olaf Scholz.
Fast provozierend langsam fährt der Kanzler fort, er habe zweitens „den harten Ritt“ gemacht und mit den 16 Länderchefs über gesetzliche Verschärfungen diskutiert. Seine Vorschläge seien auch alle angenommen worden. Und drittens: „Ich hab mir `ne Excel-Tabelle gemacht, die wir uns im Kanzleramt auch regelmäßig anschauen.“ Scholz führt aus, es handle sich um eine Tabelle „mit den Zahlen – und den Dingen, die wir verabredet haben.“ Zum Beispiel die Digitalisierung von Ausländerbehörden, die Dauer von Asylverfahren und den Tricks, mit denen man diese umgehen oder gewinnen kann.
Am Ende des quälenden langen Vortrags hat man den Eindruck, Ann-Maries Vater ist kurz vorm Explodieren – doch er bleibt stark.
Vater von Ann-Marie zu NIUS: „Scholz hat viel zu reden und wenig zu sagen“
NIUS fragte den Vater von Ann-Marie mit welchem Gefühl er aus der Sendung herausgegangen wäre. Michael Kyrath sagte: „Er ist natürlich ein Profi – er hat viel zu reden und wenig zu sagen. Ich hoffe, dass er aus dem Gespräch wirklich etwas mitgenommen hat und etwas politisch umsetzt.“ Olaf Scholz müsse sich nach dem Gespräch im Fernsehen nun an seinen Aussagen messen lassen.

Vater von Ann-Marie: Michael Kyrath
Eigentlich wollte Kyrath Olaf Scholz noch mehr sagen. „Es war schade, dass die Redezeit etwas kurz war. Ich hoffe, dass er zu den großen Ankündigungen und Versprechen, die er gemacht hat, steht – und es nicht morgen früh wieder vergessen hat. Ich lade ihn gerne jederzeit ein, egal auf welchem Portal, dass wir ihn zum Ende seiner Amtszeit uns zusammen setzen und gucken, was aus seinen Versprechen geworden ist, wie viel er davon umgesetzt hat.“
Kyrath: „Wenn ich meine Tochter Ann-Marie irgendwann wiedertreffe, möchte ich nicht, dass sie dann sagt ‚Papa, warum hast du nichts getan‘ – sondern ich will, dass sie sagt, ‚Danke, dass du so kämpft hast, Papa!‘.“

Sie wollte nur mit dem Regionalzug fahren: Ann-Marie war erst 17-Jahre alt, als sie von einem Islamisten mit einem Meser ermordet wurde.
Brisant: Trotz mehrfacher Einladungen hat Frau Bundesinnenministerin Nancy Faeser bis heute nicht das Gespräch mit dem Vater Michael Kyrath gesucht. „Dabei wäre es doch für Sie als Verantwortliche interessant, die Kompetenz von Betroffenen zu hören, statt sich bloß in der Theorie von irgendwelchen Fachleuten beraten zu lassen“, so Kyrath.
Mehr NIUS: „Es ist kein Einzelfall“ – Vater der erstochenen Ann-Marie über den Messer-Mord von Brokstedt
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