Stromausfall in Berlin: Versorgung für viele Haushalte bis Donnerstag unterbrochen
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Im Südwesten Berlins ist am Samstagmorgen großflächig der Strom ausgefallen. Nach Angaben von Stromnetz Berlin sind seit kurz vor 6 Uhr vor allem Teile von Nikolassee, Wannsee, Zehlendorf und Lichterfelde ohne Versorgung. Betroffen seien rund 50.000 Haushalte sowie etwa 2.000 Gewerbekunden – und das bei Schnee und Kälte. Und das Ganze wird wohl noch tagelang andauern.
Vor Ort kommentierte Polizeisprecher Martin Stralau die Ereignisse:
„Wir ermitteln jetzt erst mal wegen des Verdachts der Brandstiftung. Die Kriminalpolizei wird jetzt hier die weiteren Ermittlungen übernehmen. Und je nachdem, wie die Ermittlungen weitergehen, was wir für Erkenntnisse gewinnen, ist es dann auch noch möglich, dass das Landeskriminalamt und der Staatsschutz in diese Ermittlungen eingeschaltet werden“, sagte er. Man sei ganz am Anfang der Ermittlungen. „Da müssen wir den weiteren Werdegang jetzt erst abwarten. Es geht jetzt hier am Ort darum, die Erkenntnisse zu verdichten. Eine Tatortgruppe des Landeskriminalamtes wird hier zum Einsatz kommen.“
Berliner Feuerwehr: „Mit längerem Ausfall zu rechnen“
„Aufgrund der entstandenen erheblichen Schäden wird die Reparatur der Kabel sehr lange dauern“, teilte Stromnetz Berlin am Samstagnachmittag mit. „Aktuell arbeitet Stromnetz Berlin am Aufbau eines Provisoriums. Wir rechnen mit einer vollständigen Wiederversorgung aller Kundinnen und Kunden bis kommenden Donnerstagnachmittag (8.1.2026).“ Nötig sei umfangreicher Tiefbau und Kabelzug. Dies werde durch das Winterwetter erschwert. Außerdem laufe noch die Spurensicherung am Brandort.
Unser Reporter Jan Karon berichtet aus Berlin:
„Wann die Stromversorgung wieder hergestellt wird, ist noch unklar. Es ist mit einem längeren Ausfall zu rechnen“, schreibt die Berliner Feuerwehr.
Ausgelöst wurde die Störung durch einen Brand an einer Verteilerstation in der Bremer Straße nahe dem Teltowkanal. Die Feuerwehr löschte das Feuer, dabei wurden jedoch mehrere größere Kabel beschädigt oder zerstört. Wodurch der Brand entstand, ist bislang unklar.
Pflegeheime werden evakuiert
Zahlreiche Pflegeheime müssen wegen des Stromausfalls nun geräumt werden. Bewohner, die auf Geräte mit Strom angewiesen sind, werden mit Priorität an andere Standorte verlegt. Auch vier Krankenhäuser sind vom Stromausfall betroffen:
- Helios Klinikum Emil von Behring (500 Betten), aktuell mit Notstromversorgung
- Krankenhaus Waldfriede, aktuell mit Notstromversorgung
- Immanuel-Krankenhaus in Wannsee
- Evangelisches Krankenhaus Hubertus
Ähnliche Dimension wie im Herbst
Von der Dimension ist der Stromausfall nach Angaben von Stromnetz Berlin vergleichbar mit einem ähnlichen Fall im September im Südosten Berlins, als anfangs 50.000 Kunden betroffen waren. Auch damals zog sich der Stromausfall über Tage hin.
Ursache damals war ein linksextremer Brandanschlag auf zwei Strommasten. Die Frage, ob auch diesmal eine politisch motivierte Brandstiftung dahinter stecken könnte, blieb zunächst offen. Die Polizei äußerte sich dazu auf Nachfrage zunächst nicht und verwies auf laufende Ermittlungen. Am Unglücksort waren am Vormittag auch Sprengstoff-Experten des Berliner LKA, um Spuren zu sichern.
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