Wegen zu hoher Steuern und Abgaben: Lufthansa droht mit Streckenstreichungen in Deutschland
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Weil An- und Abfluggebühren sowie die Flugsicherungsgebühr immer weiter steigen und die Regierung die Luftverkehrsteuer jetzt doch nicht senken will, erwägt die Lufthansa eine Reduzierung ihrer Flugverbindungen. Weitere Flughäfen würden darunter leiden.
Der Luftverkehrsstandort Deutschland ist immer weniger wettbewerbsfähig. Laut des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) sind die staatlichen Standortkosten pro Abflug von einem Airport hierzulande seit 2019 um bis zu 128 Prozent gestiegen. Union und SPD hatten eigentlich Abhilfe versprochen und im Koalitionsvertrag angekündigt: „Die luftverkehrsspezifischen Steuern, Gebühren und Abgaben wollen wir reduzieren und die Erhöhung der Luftverkehrsteuer zurücknehmen.“
Passiert ist nichts. Im Gegenteil: Lufthansa-Angaben zufolge sind seit Jahresbeginn die An- und Abfluggebühren um 40 Prozent und die Flugsicherungsgebühr um 25 Prozent gestiegen.
Für 2026 keinerlei Entlastung geplant
Lufthansa-CEO Jens Ritter zeigte sich enttäuscht darüber, dass die Bundesregierung im Haushaltsentwurf für 2026 keinerlei Entlastung für Flüge ab Deutschland plant. Wenn Verbindungen unrentabel würden, sei die Airline gezwungen, Strecken zu reduzieren. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht müsse man sich die Flughäfen wie Dresden, Köln, Münster, Nürnberg oder Stuttgart ansehen.

Lufthansa Airlines-Chef Jens Ritter droht damit, weitere Flugzeuge von deutschen Airports abzuziehen.
Würde die Regierung jedoch die Erhöhung der Luftverkehrsteuer rückgängig machen, würde ein weiteres Loch ins Budget gerissen: rund 300 Millionen Euro jährlich. Andererseits geht es um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Standorte. Wenn Luftverkehrsteuer, die Basiskosten für die Flugsicherung und die Sicherheitskontrollen nicht gesenkt werden, haben Flughäfen wie München oder Frankfurt/Main das Nachsehen, dann werden Drehkreuze im Ausland attraktiver: Der riesige Berliner Airport BER hat letztes Jahr 25 Millionen Passagiere abgefertigt, der viel kleinere in Dublin 10 Millionen mehr.
Ryanair-CEO Eddie Wilson stellte kürzlich fest, dass die Kombination aus Flughafenkosten, Flugsicherheitsgebühren und Steuern Deutschland im Vergleich zum Rest Europas höchst unattraktiv macht. Schweden, Ungarn und einzelne Regionen in Italien hätten die Luftverkehrssteuern abgeschafft. Deutschland aber leide unter reduzierten Kapazitäten, weniger Verbindungen – und den höchsten Flugpreisen in Europa.
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