Weimer gibt Unterlassungserklärung gegenüber Plagiatsjäger Weber ab!
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Die Weimer-Affäre geht in die nächste Runde: Die Weimer Media Group hat eine Unterlassungserklärung gegenüber dem Plagiatsgutachter Stefan Weber abgegeben. Darin verpflichtet sie sich, keine Texte mehr unter seiner Autorenschaft bei Weimers Online-Medium The European abzugeben.
Nun geht es erneut um die systematischen Urheberrechtsverletzungen des Online-Magazins The European, das vom Verlag Weimer Media Group herausgegeben wird. Bis heute gehört der Verlag zur Hälfte dem Kulturstaatsminister Wolfram Weimer.
Vor vielen Wochen wurde einer breiten Öffentlichkeit bekannt: The European hat über Jahre hinweg unterschiedliche Persönlichkeiten – Politiker, Schriftsteller, Buchautoren, Philosophen und zahlreiche andere prominente Figuren – als „Autoren“ geführt, um gegenüber Werbekunden die Zahl der Autorinnen und Autoren künstlich auf 2.000 aufzublähen.
Zu den Geschädigten zählt der Plagiatsjäger Stefan Weber. Auch er wurde ungefragt als Autor geführt. Es ging um elf Artikel, „die zu großen Teilen aus meinem Blog und aus Interviews zusammengestoppelt sein dürften“, wie Weber auf seinem Blog Plagiatsgutachten schreibt.
Weber: „Das sind keine Plagiate, das ist generalstabsmäßiger Content-Klau“
Weiter heißt es dort: „Ich wusste absolut nichts von diesem Vorgehen. Offenbar hatte das im The European kriminelle Methode. Das sind keine Plagiate, das ist generalstabsmäßiger Content-Klau. Es sind also sehr wahrscheinlich massive Urheberrechtsverletzungen begangen worden, die von deutschen Gerichten traditionell sehr streng verfolgt werden. Das deutsche Urheberrecht sieht auch vor, dass Staatsanwaltschaften im öffentlichen Interesse von sich aus ermitteln können (§ 109 UrhG). Dieses ist hier eindeutig gegeben.“
Weil die Sache rechtlich so eindeutig ist, sah sich die Weimer Media Group veranlasst, eine Unterlassungserklärung abzugeben, die NIUS vorliegt. Darin verpflichtet sie sich, es zu unterlassen, „den Namen von Doz. Dr. Stefan Weber zu nennen, wenn im Zusammenhang mit der Namensnennung der Anschein ideeller oder wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Doz. Dr. Stefan Weber und der Weimer Media Group GmbH erweckt wird; dies insbesondere durch Veröffentlichung seines Namens auf einer Autorenseite (auf der unter www.theeuropean.de aufrufbaren Webseite) oder durch Kennzeichnung von Artikeln (auf der unter www.theeuropean.de aufrufbaren Webseite) mit dem Namen von Doz. Dr. Stefan Weber (…).“

Screenshot aus der Unterlassungserklärung.
Neben den Urheberrechtsverletzungen besteht ein Korruptionsverdacht. Die Weimer Media Group soll exklusive Zugänge zu Regierungspolitikern verkaufen. Den Unternehmern wird dabei „Einflussnahme“ versprochen.
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