Kolonial-Ausstellung in Dortmund: Weiße Besucher müssen samstags draußen bleiben
- Im Museum der Zeche Zollern in Dortmund wird weißen Besuchern samstags der Zutritt vewehrt.
- Zwischen 10-14 Uhr hätten ausschließlich „People of Color“ Zutritt zur Ausstellung „Das ist kolonial“.
- Die Regelung trifft nicht nur auf Zustimmung.
Weiße müssen draußen bleiben? Zumindest im Zechen-Museum der Zeche Zollern in Dortmund, in der aktuell eine Ausstellung zum Thema Kolonialismus läuft. „Safer Space“ nennt sich das Konzept, das ermöglichen soll, dass Menschen, die von Rassismus betroffen sind, vor weiteren Diskriminierungen geschützt sind.
„Die morgendliche Tasse Kaffee, ein Straßenname oder bestimmte Vorurteile: Die Kolonialgeschichte ist bis heute in unserem Alltag präsent – auch in Westfalen“, heißt es in der Einleitung zur Ausstellung „Das ist kolonial“ auf der Homepage der Zeche Zollern in Dortmund. Neben Ausstellungsstücken würden „Besucher:innen gemeinsam mit Gästen aus Zivilgesellschaft, Kunst und Wissenschaft die Spuren und Folgen des Kolonialismus“ mittels künstlerischen Aktionen, Workshops und interaktiven Performances erkunden.
Im Fokus stünde dabei „der Austausch sowie die Entwicklung von gemeinsamen Ideen, die 2024 in eine große Sonderausstellung auf der Zeche Zollern einfließen.“
Immer samstags zwischen 10 und 14 Uhr
Der exklusive Zutritt sei „ein Angebot für BIPoC und Schwarze Menschen, um sich zurückziehen und offen austauschen zu können.“, heißt es auf der Seite des Museums. „Für BIPoC sind solche sicheren Räume im Alltag sowie in musealen Räumen nur selten gegeben.“ Jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr sei die Ausstellungswerkstatt daher für „Black, Indigenous and People of Color“ reserviert.
Radio-Team versucht sich Zugang zu verschaffen und scheitert
Die Regelung trifft jedoch nicht nur Zustimmung. So filmte sich etwa ein Team des kleinen Online-Radiosenders Antenne Frei dabei, wie man versuchte, an einem Samstag in die Ausstellung zu gelangen. Dem Team des Senders wurde der Zutritt mit Verweis auf die Sonderregelung des Museums untersagt. Über die Fragen, ob das nicht Rassismus gegen Weiße sei und wie das aussehe, wenn man umgekehrt schwarzen Besuchern den Zugang zu bestimmten Zeiten verbieten würde, gerieten die Mitarbeiter des Zechen-Museums ins Straucheln. Dennoch hielt man an der Regelung fest und zahlte dem Radio-Team die Eintrittsgelder zurück.
Die Zeche Zollern gehört zu den LWL-Museen. Diese werden vom Steuerzahler finanziert. Auf der offiziellen Homepage heißt es: „Die LWL-Museen bündeln die Geschichte der Region Westfalen-Lippe im Bereich Industrie, Handwerk, Technik, Kunst, Naturkunde, Archäologie, Kloster- und Alltagskultur. Sie nehmen sich aktueller Themen an und präsentieren attraktive und lebendige Ausstellungen für Menschen aller Generationen.“
Auf NIUS-Anfrage teilt die Zeche Zollern mit: „Es geht hier um 4 von insgesamt 48 Stunden Öffnungszeit in der Woche, und auch nur einen kleineren Teilbereich des Museums.“ Die Kommentare, Hinweise und Mails unserer Gäste zur Ausstellungswerkstatt im Allgemeinen und zum Safer Space im Besonderen nehme man aber „sehr ernst“.
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