„Welt von gestern“: Baerbock beleidigt alle Länder, die den deutschen Energie-Wahnsinn nicht mitmachen
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Annalena Baerbock will die Welt zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas bewegen – doch die Welt spielt auch nach zwei Wochen Weltklimakonferenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten (COP28) nicht mit: Im vorliegenden Abschlusspapier der Präsidentschaft steht nichts von einem endgültigen Ausstieg aus fossilen Energien.
„Daher ist es für uns auf dieser Klimakonferenz so wichtig, dieses Bündnis von den Ländern, die ins Machen kommen wollen, weiter auszubauen. Wir erleben zugleich, dass die Beharrungskräfte der Welt von gestern noch da sind, auch hier auf der Klimakonferenz“, sagte Baerbock auf dem Podium der COP28.
Das diplomatische Feingefühl der deutschen Außenministerin ist bemerkenswert: Die Länder, die sie zu überzeugen gedenkt, beleidigt sie als „Welt von gestern“. Dass quasi zeitgleich, noch während die deutsche Delegation die Welt zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas drängen will, in Deutschland wegen des Ausfalls der 30.000 Windkraftanlagen vor allem Kohle- und Gas-Kraftwerke laufen, um den Strombedarf zu decken, erscheint wie Ironie des Schicksals.

Annalena Baerbock spricht auf der Weltklimakonferenz
Klimakonferenz geht in die Verlängerung
Am Montagabend hatte Konferenzpräsident Sultan Ahmed al-Dschaber, zugleich Chef des staatlichen Ölkonzerns der Vereinigten Arabischen Emirate, einen Entwurf vorgelegt, den die EU, die Bundesregierung und Dutzende andere Staaten als enttäuschend und unzureichend eingestuft hatten. Auch Umweltverbände reagierten überwiegend empört und forderten Nachbesserungen.
Aufreger ist, dass in dem Textentwurf der von mehr als 100 Staaten eingeforderte Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas nicht mehr erwähnt wird – anders als in vorherigen Versionen. Einen Beschluss zum Ausstieg aus den fossilen Energien hatten zuletzt etliche Länder kritisiert, darunter das ölreiche Saudi-Arabien, aber auch China, der Irak, Indien und Russland.
Nun geht die Klimakonferenz, die eigentlich am heutigen Dienstag beendet werden sollte, in die Verlängerung, um ein geeintes Abschlusspapier zu verhandeln. Außenministerin Baerbock sagte, dass eine Verlängerung für die europäische Delegation kein Problem sei. „Wir haben Zeit. Und wir sind darauf eingestellt, auch noch ein bisschen länger zu bleiben“, so die Grünen-Politikerin.
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