Podcaster Ben Berndt bei NIUS Live: „Wenn wir da bis zum höchsten Gericht müssen, dann gehen wir zum höchsten Gericht“
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„Da hab ich erst mal zwei- oder drei- oder viermal geschluckt, weil tatsächlich ist für mich ja nicht neu, dass sich jemand daran stört, was ich tue.“ Im Interview mit NIUS Live hat Podcaster Ben Berndt eindrücklich geschildert, was das Schreiben, mit dem die Landesanstalt für Medien ihn einschüchtern will, in ihm ausgelöst hat.
„Was neu war, ist, dass der Staat das so explizit macht“, erklärt Berndt. Er sieht darin nicht nur einen einzelnen Verwaltungsvorgang, sondern ein Signal des Staates gegen freie Gesprächsformate. „Für mich ist das im Wesentlichen der Staat, der da spricht, in Form von verschiedenen Organen, Personen und Ausprägungen.“
Hintergrund: Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen hat ein millionenfach gesehenes Interview Berndts mit dem AfD-Politiker Björn Höcke im Podcast „Ben Ungeskriptet“ beanstandet. Die Behörde kritisiert eine darin enthaltene Passage und fordert von Berndt, entsprechende Aussagen nachträglich einzuordnen. Außerdem soll er seine Angebote auf journalistische Sorgfalt überprüfen.
Sehen Sie hier das ganze Gespräch mit Podcaster Ben Berndt:
NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt wertete das Vorgehen der Landesmedienanstalt NRW als Angriff auf die Medienfreiheit in Deutschland. Nicht die Aussage Höckes sei der Kern des Vorgangs, sondern der Versuch einer staatlichen Stelle, nachträglich zu bestimmen, welche Nachfrage ein Journalist hätte stellen müssen. Reichelts Analyse: „Keine Behörde, keine staatliche Institution, kein Zensor in diesem Land hat irgendwie das Recht, zu bestimmen, wie man als Journalist welches Interview führt.“ Genau das werde von Berndt verlangt.

Der Podcast hat inzwischen mehr als 6 Millionen Aufrufe.
„Ich hab keine Botschaft und keine Agenda“
Der NIUS-Chefredakteur zitierte in der Sendung aus der Antwort von Berndts Anwalt Joachim Steinhöfel. Darin heißt es, die Landesanstalt maße sich eine Prüfungs-, Bewertungs- und Korrekturkompetenz für politische Interviews an, die ihr verfassungsrechtlich nicht zustehe. Reichelt ordnete den Vorgang als Versuch ein, Presseanbieter einzuschüchtern und journalistische Gespräche im Nachhinein staatlich zu korrigieren.
Ben Berndt berichtet in der Sendung, er habe über 300 Interviews geführt, viele davon über mehrere Stunden und mit hoher Reichweite. Niemand habe sich daran gestört. Erst als er einen Oppositionspolitiker eingeladen habe, sei der Druck entstanden. „Ich mache ja aus meiner Sicht eigentlich nichts, sondern ich spreche mit Menschen, und ich hab auch keine Botschaft und ich hab auch keine Agenda und ich spreche auch mit Links und Rechts und allen.“ Dann habe er einmal einen Oppositionspolitiker zu Gast gehabt, „und dieser Oppositionspolitiker spricht einfach. Daran stößt man sich dann an.“

Ben Berndt im Gespräch mit den NIUS-Live-Diskutanten..
Berndt will sich bis zum höchsten Gericht wehren
Berndt warnte, das Vorgehen der Medienaufsicht könne freie Interviews grundsätzlich unmöglich machen. Wenn Moderatoren und Podcaster für jede Aussage ihrer Gäste haftbar gemacht würden, sei sein Format nicht mehr arbeitsfähig. „Dann kann ich meinen Podcast auch direkt einstellen“, sagte Berndt. Er könne weder rückwirkend noch künftig jede Aussage aller Gesprächspartner vollständig überprüfen. „Dass ich jetzt nur fürs Mikrofonhinhalten für alles in Sippenhaft genommen werde, das kann ja wohl absolut nicht sein.“
Der Podcaster kündigte an, den Konflikt juristisch auszutragen. Er kämpfe nicht nur für sich, sondern für alle, die politische Gespräche führen und veröffentlichen. „Ich kämpfe das nicht nur für mich, sondern ich kämpfe das für alle da draußen, und wenn wir da bis zum höchsten Gericht müssen, dann gehen wir zum höchsten Gericht, das ist völlig klar.“ Trotz des Drucks zeigte sich Berndt kämpferisch. Er bekomme viel Unterstützung aus der Bevölkerung, von anderen YouTubern und Unternehmern. Sein Fazit in NIUS Live lautete: „Jetzt erst recht.“
Die ganze Episode NIUS Live:
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