Kissler über den Kanzler: „Friedrich Merz ist ein Mann von vorgestern“
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Ist Friedrich Merz ein Politiker der Zukunft – oder ein Relikt aus einer vergangenen Republik? Für NIUS-Kommentator Alexander Kissler ist die Sache klar: „Friedrich Merz ist ein Mann von vorgestern.“ Kissler erklärt, warum der CDU-Chef politisch in der Bonner Republik stehen geblieben ist.
Moderator Alexander Purrucker liefert bei NIUS Live am Dienstagmorgen die Vorlage: „Alle erkennen die Zeichen der Zeit. Nur Friedrich Merz klammert sich so ein bisschen an die Vergangenheit.“ Kissler widerspricht nicht – im Gegenteil, er verschärft diese Einschätzung noch: Merz sei „das letzte Wetterleuchten der Bonner Republik“.
„Die alte Bundesrepublik sagt leise Servus“
Gemeint ist eine politische Ordnung, die es so nicht mehr gibt. „Die alte Bundesrepublik sagt leise Servus“, erklärt Kissler – eine Republik, „wo wir sagen, wir haben einen reichen Staat, wir haben immer Geld“, „wo es heißt, wir haben immer ein Wirtschaftswachstum“, mit „nahezu Vollbeschäftigung“, stabilen Koalitionen und Volksparteien, die auch allein regieren konnten. „Das gibt es alles nicht mehr.“
Sehen Sie hier sein ganzes Statement:
An die Stelle dieser Übersichtlichkeit sei ein neues System getreten: „Die Unübersichtlichkeit ist das neue Normal.“ Wechselnde Mehrheiten, fragmentierte Wählerschaften, ein deutlich härterer Wettbewerb. Genau darauf müssten Parteien reagieren. „Darauf müsste eine agile, eine intelligente Partei sich einstellen.“
„Er denkt, die CDU habe einen Bestandsschutz“
Doch genau das wirft Alexander Kissler dem CDU-Chef vor: nichts zu tun. Stattdessen stehe Merz für ein Politikverständnis, das in der Vergangenheit verhaftet sei. „Er hat das Internet nicht begriffen. Er weiß nicht, wie ein Wahlkampf funktioniert. Er kann nicht richtig rechnen.“ Besonders scharf fällt auch die Kritik am Selbstbild der CDU aus: „Er denkt, die CDU habe einen Bestandsschutz, nur weil sie einen Adenauer und Helmut Kohl in ihren Reihen hätte.“
Das Fazit ist entsprechend zugespitzt – und wird am Ende persönlich: Statt Anpassung an die neue politische Realität sieht Kissler einen Politiker, der „immer ausschaut, als wäre er gerade vom Schützenfest Arnsberg gekommen und hätte daneben geschossen“.
Die Diagnose ist eindeutig: Friedrich Merz steht für eine politische Epoche, die es nicht mehr gibt – und könnte genau daran scheitern.
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