Migranten auf Lampedusa erzählen: „Mein Lieblingsland ist Deutschland“
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Nachdem Bilder von der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa in der vergangenen Woche um die Welt gingen und zeigten, wie die Mittelmeerinsel von Migranten überrant wird, bleibt die große Frage: Wohin reisen die Menschen, wenn sie die Insel verlassen haben?
In unserer Lampedusa-Reportage „Der Ansturm auf Europa“ sprach NIUS mit zahlreichen jungen Männern, die nach Europa gereist sind in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Dabei fällt auf: Immer wieder fallen drei Länder als künftige Wunschorte: Frankreich, Italien – und Deutschland!
Die ganze Reportage „Lampedusa – Ansturm auf Europa“ sehen Sie hier:
Exemplarisch der Syrer Nabil, der für eine ganze Gruppe von Syrern (etwa 25 Personen) sprach und erklärte, wie beliebt die Bundesrepublik in seinem Heimatland ist. „In Deutschland zu leben ist goldwert, weil wir Rechte haben. Man bekommt ein Haus in einem Land, das dich beschützt. Und du kannst in jedem Job arbeiten“, so Nabil.
Auf die Frage, wie Syrer in seiner Heimat auf Deutschland blickten, sagte der Mann: „Ihr Traum ist es, nach Deutschland auszuwandern.“ Dies gelte für alle Syrer, aber auch etwa Flüchtlinge im Libanon. „Deutschland war das Land, das Flüchtlingen am meisten geholfen hat und hilft, wenn man für Arbeit und mit der eigenen Familie kommt.“
Auch die Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die Deutschland 16 Jahre regierte und im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 die Grenzen öffnete, habe daran ihren Anteil. Das Bild von Merkel sei in Syrien „sehr positiv“, so Nabil.
Auch Westafrikaner wollen nach Deutschland
Doch nicht nur Syrer träumen vom Leben in Deutschland. Auch unter Migranten aus Subsahara-Afrika ist das Land beliebt. Ein Mann aus Burkina Faso erzählte uns: „Mein Lieblingsland ist Deutschland.“ Von dort aus könne man mit einem „hohen Gehalt“ seine Familie in der Heimat unterstützen. „Ich liebe Deutschland.“
Auffällig: Viele Migranten sagen offiziell, sie wollten in Italien bleiben, aber geben hinter vorgehaltener Hand zu, dass sie eigentlich weiterreisen wollen. Der Grund: offiziell müssen Migranten nach Dublin-Verordnung in Italien bleiben, das für ihren Asylantrag zuständig ist.
Der Grund für Deutschlands Beliebtheit? Neben Sozialleistungen und vielen Landsleuten vor Ort auch die Signalwirkung, die sich aus Merkels Grenzöffnung 2015 ergeben hat. „Da Deutschland 2015 die Grenzen geöffnet und eine Million Flüchtlinge aufgenommen hat, trägt es eine Verantwortung am Zustrom“, erklärt Damien Rieu (Reconquête) in der Reportage.
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Jan A. Karon
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