AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund über die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt: „Das Ziel ist ganz klar eine Alleinregierung“
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Mit Umfragewerten von 39 Prozent (Infratest dimap) ist für die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit bei den Landtagswahlen im September 2026 in Sichtweite. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (34) macht bei „Schuler! Fragen, was ist“ keinen Hehl daraus, dass er von Koalitionen und Kompromissen nichts hält.
Das ganze Interview sehen Sie hier:
„Das Ziel ist ganz klar eine Alleinregierung. Ich möchte keine Kompromisse machen, mich verbiegen für irgendwelche Machtoptionen. Das ist ja das, was die CDU seit Jahren und Jahrzehnten macht: mit irgendwelchen Partnern zusammengehen, die eigentlich völlig konträr zu ihren eigentlichen Inhalten sind, nur damit man irgendwie regiert. Das darf auf keinen Fall unser Anspruch sein als AfD. Und da hoffe ich, dass wir hier in Sachsen Vorreiter werden können“, sagt er beim Interview in seinem Wahlkreis Tangermünde.

Urige Umgebung: NIUS-Politikchef Ralf Schuler begrüßte den AfD-Spitzenkandidaten in Schulzens Brauerei in Tangermünde.
So ganz schlägt Siegmund die Tür zu möglichen Partnern allerdings nicht zu. „Kompromissfähigkeit bedeutet für mich, Schnittmengen zu finden, die vertretbar sind. Wo man seine Ideale nicht aufgibt. Geht die Straße jetzt da lang oder da lang? Oder macht man die Düngemittelverordnung so oder so, das kann man alles besprechen.“

Ulrich Siegmund war für wenige Jahre CDU-Mitglied, trat dann aber aus der Union aus.
„45 Prozent plus: Das ist das Ziel, damit wir keine Kompromisse machen müssen“
Bei grundsätzlichen Fragen gibt er sich weniger flexibel. Bei den Themen der inneren Sicherheit, der Migration, der Energiepolitik, oder „dieser ganzen Genderthematik“ sieht er „Kernpunkte der AfD, die möchte ich nicht aufgeben. Das wäre unser Untergang. Politisch. Und ich würde es auch mit meinem Gewissen nicht vereinbaren können. Das würden wir alle mit unserem Gewissen nicht vereinbaren können. Und deswegen möchten wir unseren Kernthemen treu bleiben. 45 Prozent plus: Das ist das Ziel, damit wir keine Kompromisse machen müssen.“

Im Interview macht der AfD-Spitzenkandidat deutlich: Für eine Migrationswende müsse lediglich das geltende Recht endlich mal umgesetzt werden.
Es ist eine Mischung aus klarer Ansage, ehrgeizigem Ziel und politischer Flexibilität. „Wir sind Demokraten, und wir reichen immer jedem die Hand, der es gut meint mit unserem Land und eine gute Politik für dieses Land machen möchte. Es gab auch schon Fälle, natürlich nicht so oft, wo wir Anträgen der Grünen oder der Linken zugestimmt haben, wenn sie inhaltlich gut waren. Wenn es um Trinkbrunnen geht oder so was. Warum denn nicht? Das ist gut für dieses Land. Das sollte ja eigentlich auch über Fraktions- und Parteigrenzen hinweg unser aller Anspruch sein als Politiker. Wir sind alle demokratisch legitimiert, werden alle vom Steuerzahler bezahlt und sollten eigentlich alle gemeinsam das Beste für dieses Land erwirken. Das passiert aktuell nicht.“
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