Autor Stephan Lamby über Abschottungstendenzen der AfD: „Und ich sehe sehr wohl die Bedrohung unserer Demokratie“
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Viele Politiker sprechen gern und oft über die Spaltung der Gesellschaft. Der Fernsehjournalist Stephan Lamby plädiert in seinem neuen Buch „Dennoch sprechen wir miteinander“ (C.H.Beck) dafür, den Gesprächsfaden gerade mit denen nicht abreißen zu lassen, deren Meinung man nicht teilt. Bei „Schuler! Fragen, was ist“ spricht Lamby über seine Sicht auf die Gesellschaft und darüber, warum er den Wunsch der AfD nach Abschottung der Grenzen gefährlich findet.
„Es gibt eine Gesellschaft in der Gesellschaft in den westlichen Demokratien“, sagt Lamby. „Die einen versuchen, eine Gesellschaft herbeizuführen, die sich von fremden Einflüssen möglichst abschottet. In Deutschland ist das die AfD ganz explizit. Und es gibt eine andere Tendenz, die die Offenheit der Gesellschaft bewahren will, weil sie akzeptiert und sogar will, dass sich Gesellschaft weiterentwickelt.“

Schuler und Lamby im Gespräch
In der Abschottung sieht Lamby „sehr wohl die Bedrohung unserer Demokratie. Es wäre aus meiner Sicht die völlig falsche Schlussfolgerung, dass wir uns vor fremden Einflüssen abschotten. Deshalb bin ich Fan der Europäischen Union. Ich bin Gegner von nationalistischen Entwicklungen. Dieses Rad zurückdrehen zu wollen, hielte ich für eine gefährliche Entwicklung.“
„Wir sind auf Migration angewiesen“
Auf die Frage, ob man migrationskritischen Mehrheiten in der Bevölkerung nicht politisch folgen müsste, verweist Lamby auf die Demographie. „Ich glaube, wir sind, ob wir das wollen oder nicht, auf Migration angewiesen. Und das kommt mir in der Debatte, ich will nicht sagen gar nicht vor, aber doch unterm Strich zu kurz. Also ich sehe sehr wohl die Notwendigkeit, das Thema Überlastung der Kommunen in den Griff zu bekommen. Wenn ein großer Teil der Bevölkerung sagt, bei der Wahl gab es zwei Probleme Wirtschaft und Migration, dann muss man das verdammt ernst nehmen. Aber es gehört zu der Diskussion auch dazu, dass wir als Land abhängig sind von Menschen, die zu uns kommen, weil wir sie brauchen, weil wir sonst nicht genügend Arbeitskräfte haben. Nicht ohne Grund gibt es ein Zuwanderungsgesetz.“
Hier sehen Sie das gesamte Gespräch:
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