Bäcker Seefluth über den Bürokratie-Irrsinn: Es ist eigentlich ein Arbeiter, der sich nur darum kümmert, Listen zu führen
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Der Kampf gegen die Bürokratie steht in jedem Wahlkampfprogramm, doch im Alltag tobt der Papierkrieg wie eh und je, klagt Bäckermeister Patrick Seefluth von der Berliner „Konditorei Laufer“ bei „Schuler! Fragen, was ist“.
Das ganze Interview sehen Sie hier:
„Wir haben dieses Jahr eine tolle neue Auflage bekommen“, sagt Seefluth. „Jedes Elektrogerät, das bei uns im Einsatz ist, muss zertifiziert sein und katalogisiert werden mit Ort und Stelle, wo es steht. Und allein diese Auflage hat uns mal eben gerade 1.000 Euro gekostet. Dafür, dass wir jetzt überall einen kleinen Aufkleber haben – und das sind alles EC-zertifizierte Elektrogeräte aus Deutschland. Also eigentlich braucht man sich da keine Sorgen zu machen. Außerdem müssen wir Bücher führen, wo wir jeden Tag von allen Kühlungen die Temperaturen messen und über den Eingang der Ware.“

Patrick Seefluth im Gespräch mit Ralf Schuler.
In der Politik sitzen Leute, die nie wirklich gearbeitet haben
Doch damit nicht genug, so Seefluth. „Wir haben auch Reinigungslisten, die wir führen müssen. Dieser ganze Aufwand ist eigentlich ein Arbeiter, der sich nur darum kümmert, Bücher zu führen. Und das ist in den vergangenen Jahren immer mehr geworden. Seit dem letzten Jahr müssen die Krankmeldungen von unseren Mitarbeitern auch nicht mehr an uns ausgehändigt werden, sondern wir müssen jetzt bei den Versicherungen die Krankmeldung abfragen. Das ist auch zusätzlicher Aufwand.“
Für die Bäckerei mit fünf Filialen und 48 Mitarbeitern macht das den Alltag unnötig schwer. Das Fazit klingt fast schon resigniert: „Ich glaube, die Politik ist etwas realitätsfremd geworden, sie ist nicht mehr volksnah, muss ich leider sagen. Ich denke, wir haben dort Leute sitzen, die in ihrem Leben noch nie wirklich gearbeitet haben.“
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