Bäckermeister Patrick Seefluth: „Unser Wirtschaftsminister hat das Thema Insolvenz nicht verstanden“
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Es sind Sätze, die klingen wie eine schallende Ohrfeige: Der Berliner Bäckermeister Patrick Seefluth von der „Konditorei Laufer“ rechnet bei „Schuler! Fragen, was ist“ mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ab.

Juniorchef Patrick Seefluth aus der Feinbäckerei und Konditorei Laufer in Berlin.
Der hatte in der Sendung „Maischberger“ erklärt, man sei nicht insolvent, man höre nur auf zu produzieren. Seefluth ist fassungslos: „Also jeder Politiker mit Rückgrat wäre früher zurückgetreten nach solch einer Aussage“, sagt er. „Und diese Aussage wurde ja sogar überall im Internet gelöscht. Ich glaube, unser Wirtschaftsminister hat das Thema Insolvenz nicht ganz verstanden. Und den Ernst der Lage bei Bäckereien auch nicht.“
Das ganze Interview sehen Sie hier:
„In diesem Jahr werden 33 Prozent der Handwerksbetriebe Insolvenz anmelden müssen“
Die großen TV-Duelle der Kanzlerkandidaten sind das eine, die Folgen von drei Jahren Ampel-Politik etwas ganz anderes. Bäckermeister Patrick Seefluth bekommt sie hautnah zu spüren. „Ich meine, das ist unser Wirtschaftsminister“, sagt er fassungslos. „Ich weiß nicht, wie er sich das vorstellt. Ich habe monatliche Lohnkosten. Wir müssen produzieren, ansonsten sind wir in einem Monat platt, da kommen wir nicht drumherum. In diesem Jahr werden 33 Prozent der noch bestehenden Handwerksbetriebe Insolvenz anmelden müssen.“

Die fehlende Planungssicherheit durch die Ampel-Politik hat Patrick Seefluth in den letzten zwei Jahren schlecht schlafen lassen.
Der Bäckermeister ist sauer, richtig sauer. Das merkt man ihm im Gespräch an. „Wir arbeiten hart, wir haben kein Wochenende, keine Feiertage. Aber wir machen das aus Überzeugung. Und wir machen das gerne. Und man sollte davon gut leben können. Man wird dadurch nicht reich. Also ich habe mir den Job nicht ausgesucht, weil ich Millionär werden möchte, sondern ich möchte gut leben können und möchte in den Spiegel gucken und stolz darauf sein, was ich jeden Tag mache. Und das bin ich. Und wenn man Existenzangst hat, was ich die letzten zwei Jahre hatte, dass ich nachts nicht schlafen konnte, weil die Zahlen einfach nicht mehr gestimmt haben und ich nicht mehr wusste, wo ich einsparen sollte, dann geht das einfach nicht. Das Problem ist, wir haben 48 Mitarbeiter. Um die zu halten, mussten wir halt auch rapide um 15 Prozent die Löhne erhöhen.“
Einfach teurer werden geht nicht: „Wir sind kein Hipster-Bäcker“
Seefluths Problem: „Wir können die höheren Kosten nicht einfach auf die Ware draufschlagen. Wir kommen aus Reinickendorf, ein Randbezirk von Berlin. Wir sind kein Hipster-Bäcker, und wir können nicht acht oder zehn Euro für einen Kilo-Laib Brot nehmen. Das geht nicht. Wir haben die Preise erhöht. Ich glaube, wir liegen jetzt nach der dritten Preiserhöhung je nach Produkt zwischen 5 und 10 Prozent höher. Aber wir müssen uns natürlich immer an der Konkurrenz orientieren. Wir können nicht 1,50 Euro für eine Schrippe nehmen, die kauft keiner mehr.“
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