Ex-Kanzler Sebastian Kurz: „Was mir damals als rechtsextrem unterstellt worden ist, ist heute bei vielen Politikern Mainstream“
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Vor zehn Jahren war er wahrscheinlich der größte Gegner von „Wir schaffen das“. Österreichs Bundeskanzler a.D., Sebastian Kurz, spricht bei „Schuler! Fragen, was ist“ über die Migrationspolitik Europas und erklärt, wie es heute um genau diese Politik steht. „Es funktioniert nicht, unbegrenzt Menschen aufzunehmen“, sagt der 38-Jährige und liefert damit ein spannendes Fazit zehn Jahre nach der Ära Merkel.
Das ganze Interview mit Sebastian Kurz können Sie hier anschauen:
„Die EU hat seit 2015 ihre Grundaufgabe aus den Augen verloren“
Im Gespräch mit NIUS-Politikchef Ralf Schuler erklärt Kurz, dass die Europäische Union seit 2015 ihre Grundaufgabe aus den Augen verloren habe. Denn eigentlich müsse sie „gemeinschaftlich sicherstellen, dass die Außengrenzen geschützt sind. Nur dann kann ein Europa ohne Grenzen nach innen funktionieren. Da hat man, glaube ich, im Jahr 2015 sehr viel zerstört.“ Denn nur mit funktionierenden Außengrenzen könne Europa langfristig ohne Grenzen nach innen funktionieren.

Sebastian Kurz war bis 2021 Teil der österreichischen Regierung.
„Es gab starken Druck von deutscher Seite“
Wurde der Konflikt in der Migrationspolitik zwischen Kurz und Merkel eigentlich offen ausgetragen? „Es gab schon einen starken Druck von deutscher Seite und von vielen in der Europäischen Union“, sagt der 39-Jährige. Es werde aber immer so getan, als sei nur Merkel hart auf dem Pro-Migration-Kurs gewesen. „Die Wahrheit ist ja, Merkel war der dominante Player in dieser Frage, aber das war der europäische Mainstream.“
Kurz und seine Anhänger seien in Europa entsprechend massiv bekämpft worden. „Und insofern ja, es gab Gespräche und Telefonate und all das. Aber zusätzlich gab es natürlich einen unendlich starken medialen Druck und einen durchaus auch gewollten Druck auf all jene, die anderer Meinung waren.“

Sebastian Kurz arbeitet inzwischen als Unternehmensberater.
„Es braucht jetzt nur noch Mut und Umsetzungskraft“
Kurz macht im Gespräch deutlich, dass sich inzwischen jedoch der Wind gedreht habe. Das Bild von heute ist „ein gänzlich anderes als vor zehn Jahren. Das, was damals mir und anderen als rechtsextrem unterstellt worden ist, ist heute – Gott sei Dank – bei vielen Politikern Mainstream.“ Es brauche jetzt nur noch Mut und Umsetzungskraft.
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