Manager-Legende Kurt Lauk: „Der Strompreis in Deutschland wird nicht beherrschbar bleiben“
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Er war Vorstands-Vize von Audi, lenkte die Nutzfahrzeug-Sparte bei Daimler und hatte als Vorstand die Finanzen von EON im Blick. Es gibt wohl niemanden, der besser weiß, wie es um die deutsche Automobil- und Energiewirtschaft steht. Manager-Legende Professor Kurt Joachim Lauk warnt im Gespräch mit NIUS-Politikchef Ralf Schuler vor unkontrollierbaren Folgen der aktuellen Energiewende-Politik.
Hier geht es zum Interview:
„Wir werden den teuersten Strom in ganz Europa haben“
„Der Strompreis in Deutschland wird nicht beherrschbar bleiben. Wir werden den teuersten Strom in ganz Europa haben, wahrscheinlich im Rest der Welt“, sagt Lauk. Für ihn bleibt es bis heute unbegreiflich, wie man eine Spitzentechnologie mit hoher deutscher Wertschöpfung – die Atomkraft – einfach abschalten konnte. Da helfen nun die von der Regierung versprochenen zwei Milliarden Euro für die Entwicklung von Fusionsreaktoren auch nicht mehr. „Vergleichen Sie das mit Ausgaben von 25 bis 30 Milliarden für Fusionsforschung in China seit 2023. Das heißt, wenn ich in Deutschland überhaupt mal mehr nachdenke, wo ich wettbewerbsmäßig stehe, dann ist dieser Betrag von 2 Milliarden für Fusionsforschung sinnvoll. Aber völlig neben der Kappe.“

Manager Lauk empfing Ralf Schuler in seinem Stuttgarter Stadtbüro.
Stattdessen werde China auch bei der Energieversorgung eine Weltmacht. „Die wollen mit einem kleinen Nuklearfusionsreaktor bereits 2031 an den Markt gehen. Dann haben die alles: Dann haben die Solar, dann haben die Batterien, dann haben die Wind. Also 70 Prozent Weltmarktanteil bei Windrädern und Batterien und jetzt noch Fusionsreaktoren.“ Wenn man nun 2 Milliarden Investition mit 30 Milliarden vergleicht, dann „muss ich mir überlegen, wo ich denn eigentlich bin. Wer hat denn da die Analyse gemacht?“, sagt Lauk.

Elektromobilität sieht Lauk nicht kritisch, nur die Art und Weise der Umsetzung sei alarmierend. Die Industrie werde abgewirtschaftet und man lasse sich auf Abhängigkeiten aus China ein.
„Für Chips haben wir keine einzige Fabrik in Europa“
Das „Sondervermögen“ sieht der Experte gänzlich falsch investiert. „Wir sanieren das Alte, was obsolet ist, aber saniert werden muss. Aber wir vergessen dabei das Neue.“ Bei der Fusionsenergie sei man mangelhaft aufgestellt. „Für Chips haben wir keine einzige Fabrik in Europa, die Chips unter 20 Nanometer Abstand zwischen den Transistoren bauen kann. Es wird jetzt eine Fabrik gebaut bei Dresden in Kooperation mit TSMC. Die kommen auf unter zehn Nanometer.“ Warum ist das wichtig? „Die kleineren Chips verbrauchen deutlich weniger Energie, was wiederum Cloud-Computing und künstlichen Intelligenz – beides Boom-Märkte – wachsen lässt. Mit der alten Technologie fressen uns die alten Datencenter den Strom vom Kopf – die Haare vom Kopf“, sagt Lauk.
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