Meinungsforscher Binkert über Migrationspolitik von Angela Merkel: „Heute sagen drei Viertel der Bevölkerung, das war falsch“
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Sein Meinungsforschungsinstitut INSA gehört zu den wichtigsten Umfrage- und Analyseunternehmen Deutschlands: Hermann Binkert beobachtet kontinuierlich das politische Stimmungsklima, ermittelt Meinungstrends und führt in sogenannten Fokusgruppen Gespräche für Tiefenanalysen zur Lage des Landes. Mit Hermann Binkert habe ich im Erfurter INSA-Stammhaus bei „Schuler! Fragen, was ist“ auch über die Veränderungen in der Politikwahrnehmung der Deutschen gesprochen.
Das ganze Interview hier im Video:
Bestes Beispiel: Die Migrationspolitik von Kanzlerin a.D. Angela Merkel (CDU). INSA hat gefragt: „Wie blicken Sie heute drauf? Waren Sie damals dafür? Sind Sie heute noch dafür? Waren Sie damals gegen? Wie hat sich ihr Blick verändert? Und da stellt sich heraus“, sagt Binkert, „dass es damals wirklich eine gespaltene Meinung gab. Heute sagen drei Viertel der Bevölkerung, das war falsch. Und bei Frau Merkel war das Problem. Sie war dann praktisch oben und die Leiter war weg und sie kam nicht mehr runter.“

Binkert äußerte sich im Gespräch auch über die Brandmauer, die aus seiner Sicht nur noch im politischen Berlin existiere.
„Die deutsche Öffentlichkeit sonnte sich geradezu im eigenen Gutsein“
Das bestätigen auch Binkerts Studien. „Bei der Migrationspolitik hat sie einen Kurs eingeschlagen, der zunächst ankam. Man darf ja nicht vergessen, dass es im Spätsommer 2015 durchaus Akzeptanz gab. Da sonnte sich die deutsche Öffentlichkeit geradezu im eigenen Gutsein, um es mal so platt auszudrücken. In Wahrheit war es allerdings nicht so eindeutig, wie es in den Medien gespiegelt wurde.“

Hermann Binkert empfing Ralf Schuler in Erfurt
INSA hat die Meinung zur Migrationspolitik schon damals erhoben. „Die Bevölkerung war gemischt in der Frage“, erinnert sich Binkert. Angela Merkel besuchte damals beispielsweise ein Flüchtlingsheim im sächsischen Heidenau und wurde massiv beschimpft und ausgepfiffen.

Der breite Medien-Tenor war allerdings für die Offenhaltung der Grenzen. „Es gab unter der Decke damals auch schon Widerstand“, sagt Binkert, „aber die Menschlichkeit dominierte zumindest auch die mediale Öffentlichkeit. Es war ein gemischtes Stimmungsbild.“
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