Susanne Dagen über ihre Buchmesse: „Unsere Messe sollte verhindert werden, bevor sie begonnen hatte“
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Seit dreißig Jahren führt Susanne Dagen ihr „Buchhaus Loschwitz“ in Dresden, sie organisiert Literatur-Veranstaltungen, Lesungen und hat am vergangenen Wochenende in Halle an der Saale sogar die alternative Buchmesse „Seitenwechsel“ auf die Beine gestellt. Sie selbst sieht sich als „Langstreckenläuferin“ und kündigt auch bei „Schuler! Fragen, was ist“ eine Wiederholung der Messe für das kommende Jahr an.
Hier können Sie das Interview im Video anschauen:
„Zumindest für meine Aussteller war die Messe ein wirtschaftlicher Erfolg“
Wer kann schon von sich behaupten, eine eigene Buchmesse gegründet zu haben? Susanne Dagen kann es. Sie hat innerhalb einiger Monate eine komplette neue Buchmesse aus dem Boden gestampft. Im Interview mit NIUS-Politikchef Ralf Schuler erklärt die 53-Jährige wenige Tage nach dem Event: „Die Abrechnung als solche gibt es noch nicht. Wir sammeln jetzt erst mal alle Rechnungen zusammen und dann werden wir sehen, was am Ende herauskommt. Aber zumindest für meine Aussteller war die Messe ein wirtschaftlicher Erfolg und das liegt mir am Herzen. Ich bin zufrieden, wenn meine Aussteller zufrieden sind.“

Dagen freut sich, dass die Aussteller ihrer Messe viele Bücher verkaufen konnten. Andere Messe haben den Handel untersagt.
Anfeindungen schon im Vorfeld
Das Echo im Vorfeld der Messe war durchwachsen. Es gab extreme Anfeindungen, auch aus dem Stadtrat in Halle. Es gab Publikationen, die dem ganzen nicht besonders wohlgesonnen waren, denn: Die Veranstaltung galt als rechte Buchmesse. Dagen sah sich in der Folge zu hohen Sicherheitsmaßnahmen gezwungen – „das hatte natürlich was mit der Vorabberichterstattung zu tun, ganz klar“, sagt sie. Schon Monate im Voraus habe es ein „Framing“ ihrer Messe gegeben, dabei waren Alt-Linke Aussteller genauso vertreten wie Verlage aus dem rechten Spektrum.
Für linksextreme Kräfte war klar: Es ging darum, die Messe zu „verhindern, bevor sie begonnen hat. Und das lässt Interpretationsspielraum. Und diesen mussten wir mit einem – jetzt darf ich es sagen – wirklich sehr, sehr ausgeklügelten, sehr umfangreichen Sicherheitskonzept begegnen. Zum Schutz unserer Besucher, unserer Aussteller, unserer Künstler, unserer Autoren. Und das war natürlich ein bisschen anstrengend im Vorfeld.“

Buchhändlerin Susanne Dagen im Gespräch mit Ralf Schuler
Vermummte Gegendemonstranten vor den Messehallen
„Das Vermummungsverbot war in dem Falle in Sachsen-Anhalt erst mal ausgehebelt“, kommentiert Dagen den Auftritt von Demonstranten vor den Messehallen. Dort kam es vereinzelt auch zu Auseinandersetzungen mit Messebesuchern, ein Aussteller sei aus Angst wieder umgekehrt. Dagen selbst lässt sich davon jedoch nicht einschüchtern: „Die Postkarten für die Ankündigung zur Büchermesse im nächsten Jahr waren natürlich vorher schon gedruckt.“
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