Ex-Telekom-Vorstand Sattelberger über das Renten-Paket: „Das ist eine Sünde an der jungen Generation“
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Er hat sich gemacht: vom Kommunisten in die Vorstandsetage von Deutscher Telekom, Continental und Lufthansa. Thomas Sattelberger kommt aus der Wirtschaft, war jahrelang für die FDP aktiv – zuletzt sogar als parlamentarischer Staatssekretär im Bildungsministerium der Ampel-Regierung.
Bei „Schuler! Fragen, was ist“ spricht der 76-Jährige über seine Karriere in Wirtschaft und Politik und über den Rentenstreit von Schwarz-Rot. Können wir uns so ein Rentenpaket leisten? „Ich halte das für eine Sünde an der jungen Generation“, sagt Sattelberger.
Das ganze Gespräch im Video:
Schulden zur Finanzierung des Rentensystems
Schon zu Beginn des Gesprächs wird Sattelberger beim Thema Rente aufbrausend. „Die Haltelinie von 48 Prozent für 2031 ist eine Sünde“, sagt er. Denn schon jetzt fließen jedes Jahr Milliarden aus den Steuertöpfen, um das marode System zu finanzieren. „Und das sind Schulden.“
Was ist also los mit der deutschen Innenpolitik? Sattelberger: „Zuallererst mal hat ja der Herr Merz, den ich seit 2004 kenne, sein Versprechen gebrochen, keine Schulden zu machen. Ich persönlich halte das Thema Schuldenmachen für die Bundeswehr für richtig. Aber was Friedrich Merz da macht (...) Entweder hat er schlecht verhandelt oder er war sozialdemokratisch aufgestellt.“ Er habe im Grunde das Sondervermögen vereinbart, ohne konkrete Sanierung von Bürokratie oder Staat mitzuverankern.

Bei Arbeitsministerin Bas vermisst Sattelberger „jeden wirtschaftlichen Sachverstand“.
Sondervermögen „im Prinzip bedingungslos“
Dass Merz dieses Sondervermögen ohne konkrete Bedingungen eingeführt habe, „empört mich persönlich“, sagt der ehemalige FDP-Politiker. „Ja, die Reformen sind zugesagt worden. Das Ganze ist ja sehr eilig gewesen. Man hat ja diese Schulden mit dem alten Bundestag beschlossen, sodass also noch kein Vertragswerk vorlag. Und insofern ist es im Prinzip ein bedingungsloses Vermögen gewesen, was man ins Grundgesetz geschrieben hat. Und das im Grunde zulasten der jungen Generation.“

Mit 76 Jahren will Sattelberger sich noch nicht zur Ruhe setzen – im Gegenteil: Er denkt über die Gründung einer neuen Partei nach.
Bürger spüren die Wahrheit um die Rente
Dass das Rentensystem reformiert werden muss, wisse ja jeder, stellt Sattelberger fest. Diese Wahrheit müsse endlich politisch geklärt werden. „Und zwar nicht erst 2031 und nicht erst über Kommissionsvorschläge.“ Die Menschen spüren, wenn die Politik in ihrer Blase die Wahrheit nicht mehr benennt, sagt der Münchener. „Das war ja mit ein Grund, warum ich auch dann wirklich Amt und Mandat niedergelegt habe. Eigentlich wollte ich nicht schuldig sein an dem, was mit der Ampel später von Heizungsgesetz bis Selbstbestimmungsgesetz passiert ist.“
Das ganze Interview können Sie hier in voller Länge anschauen.
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