Verkehrsexperte Prof. Eisenkopf plädiert für PKW-Maut: „Es kann nicht for free sein, über die Straßen zu rasen“
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Er arbeitet an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen und hat den weiten Weg nach Berlin geschafft. Und wie er das geschafft hat, das hat er uns verraten. Mobilitätsexperte Prof. Alexander Eisenkopf sprach bei „Schuler! Fragen, was ist“ über die Mobilität von heute, von morgen und die moralische Aufladung von Klimaneutralität.
Hier sehen Sie das Interview im Video:
Experte plädiert für PKW-Maut
Von einer freien Wirtschaft hat sich der Mobilitätsmarkt schon seit längerer Zeit getrennt. Es gibt Steuerermäßigungen für E-Autos, Ladeinfrastruktur wird gefördert, der öffentliche Verkehr lastet auf Subventionen. Für Prof. Eisenkopf ist diese Art von Mobilität in Deutschland „so eine Art Interventionsspirale“. Es werden „verschiedene politische Maßnahmen immer stärker quasi miteinander vernetzt“, um am Ende das Ziel Verkehrswende zu erreichen.

In der Klimapolitik läuft einiges falsch, attestiert Prof. Eisenkopf. Das sieht man nicht nur bei der Mobilität, sondern auch etwa bei „grünem Stahl“.
Dabei plädiert der Experte für die freie Entscheidung der Leute, ob „sie Verbrenner oder elektrisches Auto fahren wollen. Lass sie entscheiden, ob sie den öffentlichen Verkehr nutzen wollen. Solange sie die mit ihrer Aktivität verbundenen gesellschaftlichen Kosten decken.“ So kann die ländliche Bevölkerung nicht die vergünstigten Kosten für städtische Nutzer des Deutschlandtickets tragen.
„Ich plädiere ja zum Beispiel auch dafür, dass man ruhig eine PKW-Maut einführen sollte. Ja, das ist die sogenannte Nutzerfinanzierung. Aber es kann nicht for free sein, dass ich sage: Ich rase einfach über die Straßen und ich muss dafür nicht zahlen.“

Deutschlandticket als Mobilitätswende? Eher nicht, sagt Prof. Eisenkopf und bezeichnet das Konzept als „sozialpolitisches Instrument“.
Finanzierung der Straßen bricht weg
Schon heute sei maßgeblich für die Finanzierung der Straßeninfrastruktur die Energiesteuer – früher Mineralölsteuer – zu nutzen. Doch wenn ein Großteil elektrisch fahren wird, dann „wird die ja deutlich abschmelzen. Das heißt, da brauchen Sie ein Substitut. Und idealerweise würde man so eine Art Maut dann einführen.“
Ein Umstieg für die Menschen auf die Schiene hält der Experte kurz- und mittelfristig nicht für leistbar. Dafür fehle es schlicht an Infrastruktur. Man „belüge sich da in die Tasche“. Eine Verlagerung werde zwar gepredigt, sei jedoch weit entfernte Zukunftsmusik.
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